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La Singla

Spanien/Deutschland 2023 Regie: Paloma Zapata, 95 Min.

Dies ist die Geschichte einer einzigartigen Flamencotänzerin, einer gehörlosen Roma, geboren 1948 in den Slums von Barcelona, wie sie zu Weltruhm aufstieg – und plötzlich vom Erdboden verschwand. Dies ist die Geschichte von Antoñita Singla, genannt „La Singla“. Erzählt wird sie von der spanischen Regisseurin Paloma Zapata als Essay. Sie erzählt wie sie das erste Mal von „La Singla“ hörte, gebannt war von der außergewöhnlichen Tänzerin mit den großen Augen, die wirkt, als würde sie jedes Mal um ihr Leben tanzen. Wie sie von ihrem mysteriösen Verschwinden erfährt und sich auf die Spurensuche macht. Bei ihrer Recherche trifft sie auf immer mehr Menschen, die Antoñita gekannt und von ihrer Präsenz nachhaltig beeindruckt wurden. Sie findet heraus, dass „La Singla“ in Deutschland zum Star wurde und international hohes Ansehen genoss und sie ergründet ihr Schicksal. Zapata bringt uns damit eine außergewöhnliche Tänzerin und ihr tragisches Schicksal näher und rettet so eine einmalige Geschichte vor der Vergessenheit. Ein Verdienst, auch wenn die Form, die sie dazu wählt oft zu inszeniert wirkt. Sie lässt sich selbst von einer Schauspielerin (Helena Kaittani) darstellen, stellt ihre Recherche nach, die Gespräche mit ihrer Mutter, die Begegnung mit Antoñitas Geschwistern der Großfamilie. Der Blick ist subjektiv, die Autorin rückt oftmals bemüht in den Mittelpunkt, die Erzählung neigt zur Wiederholung. Zudem ist „La Singla“ keineswegs verschollen, sondern lebt laut einer Quelle der Wikipedia seit 2017 in Santa Coloma de Gramenet, wo Zapata sie schließlich findet. So bleiben am Ende vor allem die raren Archivaufnahmen einer Ausnahmekünstlerin in Erinnerung, ihr wilder Tanz, die Musik, die Schreie – und ihre Augen.


Ein FILMtabs.de Artikel