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Der Frosch und das Wasser
Tsuda, Bettina Stucky, 100 Min.
Stefan Busch (Aladdin Detlefsen), den alle nur „Buschi“ nennen, lebt in
einer betreuten Wohngruppe. Bei einem Ausflug nach Köln macht sich
Buschi selbständig und steigt in den Bus einer japanischen Reisegruppe.
An Bord ist der schweigsame Hideo Kitamura (KanjiTsuda). Obwohl die
beiden einander nicht verstehen können, entwickelt sich eine behutsame
Freundschaft zwischen ihnen. Buschi, der sich sein ganzes Leben lang
geweigert hat, über Sprache mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren,
blüht in dieser fremden Umgebung auf. Hideo wiederum hat persönliche
Gründe für diese Reise, den Verlust seines Bruders.
Gotthard Kuppel, Seiltänzer, Kabarettist, Theaterschauspieler und
-regisseur, reiste 1972 als Teil der Olympiaauswahl im Judo nach Japan.
Als er einmal im Zug sitzend beobachtete, wie sich zwei Reisegruppen
begegneten, eine deutsche und eine aus Japan. stellte er sich vor, wie
es wäre, wenn einer der Touristen plötzlich kehrt machen und sich der
anderen Gruppe anschließen würde. Aus dieser Tagträumerei entstand ein
Drehbuch. Mit Kuppels Engagement im Bremer Blaumeier-Atelier, einer
Institution in der seit vierzig Jahren Menschen mit und ohne
körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen Theater und Musik machen,
wurde aus dem Protagonisten seiner Geschichte ein Held mit Downsyndrom.
Gemeinsam mit dem Leipziger Regisseur Thomas Stuber („In den Gängen“)
erzählt Kuppel ein lakonisches Roadmovie in der Tradition von
Filmemachern wie Jim Jarmusch, Aki Kaurismäki und nicht zuletzt Takeshi
Kitano. Der Blaumeier-Schauspieler Aladdin Detlefsen und der japanische
Charakterdarsteller Kanji Tsuda („Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel“)
entwickeln eine wundervolle Chemie auf der Leinwand. Wer sich auf den
ruhigen Ton und das gemächliche Tempo dieser charmanten
Reisegesellschaft einlässt, findet eine berührende Komödie mit leisem Humor.
Ein FILMtabs.de Artikel
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 29.04.2026 / 11:38
- Rubrik:
- Kritiken LT
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