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Vaterland
Zischler, August Diehl, 82 min
Deutschland, 1949: Ein Volk zwischen Schockzustand und Verdrängung. Das
Leben geht weiter und doch ist nichts so wie davor. Nach Jahren im Exil
kehrt der Schriftsteller Thomas Mann ins Land der Täter zurück. Überall
wird er beklatscht und geehrt. In West und Ost singen sie ihm Lieder.
Selbst russische Offiziere suchen den Austausch über die Kunst. Aber der
Autor hat nur Verachtung für sie übrig, jene Speichellecker, die eben
noch den Arm hoben und nun alle Schuld von sich weisen. An seiner Seite:
Seine Tochter Erika, die übersetzt und organisiert. Als sie die
Nachricht des Freitods ihres Bruder Klaus erreicht, mischt sich die
persönliche Tragödie in die Trauer um den Verlust der Heimat. Gemeinsam
mit dem Drehbuchautor Henk Handloegten (»Babylon Berlin«) rekonstruiert
der vielfach ausgezeichnete polnische Regisseur Pawel Pawlikowski
(»Ida«) diese Reise, die Mann eigentlich mit seiner Ehefrau Katia
machte. Ausdrucksstarke Schwarz-Weiß-Bilder zeigen ein Land, das in
Trümmern liegt, architektonisch und moralisch. Gleichermaßen keimt im
Osten die Hoffnung auf einen Neuanfang. In Cannes für die beste Regie
ausgezeichnet, ist »Vaterland« ein kraftvolles und konzentriertes
Zeitdokument mit glänzender Besetzung, allen voran Hanns Zischler und
Sandra Hüller als ungleiches Vater-Tochter-Gespann.
Ein FILMtabs.de Artikel
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 03.09.2026 / 6:14
- Rubrik:
- Kritiken LT
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