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That’s Why The Lady is a Champ
Merritt Wever, 135 Min.
Hollywoodfilme über Kampfsport dienen meist als Showcase für überwiegend
männliche Schauspieler, um zu zeigen, wie weit sie vor allem physisch
bereit sind zu gehen für eine Rolle (oder einen Oscar). Zuletzt war das
bei Dwayne Johnson in „Smashing Machine“ oder Orlando Bloom in „The Cut“
zu beobachten. Die Blaupause ist dabei immer dieselbe: Der oft auf
wahren Biographien basierende Plot bewegt sich an den einzelnen
Stationen einer Karriere vom Underdog ins Rampenlicht, Abstieg, Drogen
und der Kampf zurück ins Rampenlicht werden dabei optional eingestreut.
Auch „Christy“, der bei uns den auf einer Headline beruhenden Titel
„That’s Why the Lady is a Champ“ erhalten hat, basiert auf Erinnerungen,
niedergeschrieben in der Autobiographie „Fighting for Survival“. Es ist
die Geschichte von Christy Martin, die in den Neunziger Jahren zur
erfolgreichsten Profi-Boxerin der USA aufstieg. Das ist aber nicht das
eigentlich Bemerkenswerte an ihrer Geschichte. In ihrem Buch beschreibt
sie die gewalttätige Ehe mit ihrem Manager Jim Martin, ihr Coming Out
und die Diskriminierung von Homosexualität im Boxsport. Regisseur David
Michôd („War Machine“) rückt diese Themen in den Mittelpunkt seines
Biopics, erzählt aber auch recht konventionell das Drumherum: Christys
Aufwachsen in einer Arbeiterfamilie in einer Kleinstadt in West Virgina,
ihre Begeisterung fürs Boxen, die von ihren Eltern ebensowenig
akzeptiert wird, wie ihre Beziehung zu Rosie. Der erfolgreiche Trainer
Jim Martin scheint ihr Ticket aus der Enge des Elternhauses. Allerdings
gibt sich Jim von Anfang an als Arschloch und ändert sich auch über die
kommenden Jahrzehnte nicht, in denen er ihr Manager und Ehemann wird und
Christy einen Erfolg nach dem anderen einfährt. Insofern ist es
schwierig, nachzuvollziehen, warum sie nicht früher das Weite gesucht
hat, wie sie irgendwann selbst zugibt. Sydney Sweeney („Euphoria“)
spielt Martin mit Hingabe, Ben Foster („Leave No Trace“) überzeugt als
furchteinflößende Witzfigur.
Ein FILMtabs.de Artikel
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 03.09.2026 / 6:15
- Rubrik:
- Kritiken LT
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