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Smuggling Hendrix

Zypern 2019 Regie: Marios Piperides mit Adam Bousdoukos, Fatih Al, Vicky Papadopoulou, 92 Min.

Die Situation auf Zypern ist vertrackt. Seit mehr als vierzig Jahren ist die Insel geteilt. Zwischen der griechischen und der türkischen Seite verläuft eine Mauer. Türkische Siedler wurden in die ehemaligen griechischen Häuser verpflanzt, ohne sich dort jemals heimisch zu fühlen. Die Gespräche auf politischer Ebene sind eingefroren. Es kommt keine Bewegung in die Sache. Der zypriotische Regisseur und Autor Marios Piperides begegnet der Resignation mit dem einzigen wirksamen Stilmittel: Dem Humor. Sein Protagonist Yiannis (Adam Bousdoukos) hat es echt nicht einfach. Der Musiker hat seine Gitarre aus Erfolglosigkeit an den Nagel gehängt, seine Ex-Frau Kika (Vicky Papadopoulou) ist glücklich mit einem ausgesprochen netten neuen Typen und dann haut auch noch sein Hund Jimmy ab – über die Grenze in den türkischen Teil der geteilten Stadt Nikosia, die Yiannis eigentlich hinter sich lassen will. Bevor sein Ticket in ein neues Leben verfällt, muss er nun den Grenzposten überwinden und seinen Hund suchen. Das klappt überraschend problemlos, doch als er zurück in den griechischen Sektor will, steht er vor einem Problem: Tiere dürfen die Grenze offiziell nicht überqueren. So muss Yiannis Hund Jimmy über die Grenze schmuggeln. Die Situation, die sich Regisseur Marios Piperides für sein Debüt erdacht hat, ist ebenso absurd wie die reale Grenzsituation in seiner Heimat. So entfaltet sich ein unterhaltsames Roadmovie, bei dem sein Protagonist auf Menschen trifft, die einfach versuchen, das Beste aus der verfahrenen Situation zu machen. Mit leichtem Humor kommentiert Piperides die Gegenwart. Zwischendurch verliert der dabei zwar ein wenig das Ziel aus den Augen, man folgt Hauptdarsteller Adam Bousdoukos („Soul Kitchen“) aber gern dabei. Leider geht in der einheitlichen deutschen Synchronisation manch sprachliche Nuance verloren.


Ein FILMtabs.de Artikel