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Dao
Guesmi, 185 Min.
185 Minuten Film sind ein Versprechen, das es einzulösen gilt. Wer sich
als Zuschauer für drei Stunden ins Kino setzt, erwartet zumindest, dass
ihn die Story in den Bann zieht, die Charaktere näher rücken und die
Zeit verfliegt. Der französische Regisseur und Autor Alain Gomis stellt
bei »Dao«, der seine Premiere im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale
feierte, von vornherein klar, dass es sich hier um ein filmisches
Experiment handelt. Zunächst wohnen wir einem Casting bei, bei dem die
Protagonistin Gloria gefunden wird. Gemeinsam mit der Filmtochter reist
sie dann in eine Dorfgemeinschaft in Guinea-Bissau an der afrikanischen
Westküste. Hier werden die beiden in die Arme der Familie geschlossen
und feiern die Beerdigung ihres Vaters in einem mehrtägigen
traditionellen Fest. Zeitlich vermutlich später, im Film jedoch parallel
erzählt, begleiten wir Gloria bei der Hochzeit ihrer Tochter in
Frankreich. Die beiden Anlässe, die Vielzahl verschiedener Figuren und
Leben, Tanz, Musik, Freude und Trauer begleiten uns durch die drei
Filmstunden, die von einer Handlung nur lose zusammengehalten werden.
Das erfordert Aufgeschlossenheit vom Zuschauer, belohnt aber auch mit
einem außergewöhnlichen Einblick in eine exemplarische Familie zwischen
den Kulturen.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 04.06.2026 / 5:14
- Rubrik:
- Kritiken LT
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