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O’Horten

Norwegen, BRD, Frankreich 2007 (O’Horten) Regie: Bent Hamer mit Bård Owe, Espen Skjønberg, Ghita Nørby 89 Min. FSK: o.A.

Leuchtfeuer

Er ist schon reichlich “odd” (seltsam), dieser Odd Horton. Der
Lokomotivfuehrer steht kurz vor seiner Pension und blickt zurueck auf ein
geregeltes Leben nach Fahrplan. Seine Kollegen loben seine stete
Puenktlichkeit, gibt es doch auch sonst wenig, was den hobbylosen
Eigenbroedler auszeichnet. Nur die Liaison zu einer aelteren Frau fernab
am Ende seiner ueblichen Route im schneebedeckten Norden Norwegens bringt
ein wenig Wuerze in sein Leben. Als er durch eine kuriose Verwirrung an
seinem Abschiedsabend seinen letzten Zug verpasst wird Hortens Existenz
gehoerig aus den Schienen geworfen. Ziellos irrt er durch die Nacht und
begegnet skurrilen Gestalten, wie dem afrikabereisten Steiner. Die
Ueberschneidung ihrer Lebenswege laesst die beiden nicht unberuehrt und
hilft dem stoischen Mann schliesslich wieder in die Bahn.

Skurriles und Schwazhumoriges ist man von Bent Hamer ja bereits gewohnt.
Nach seinem wortkargen Erfolg “Kitchen Stories” folgte ein amerikanisches
Gastspiel mit der Adaption des Bukowski-Romans “Factotum”. Nun kehrt er in
die nordische Heimat zurueck mit einer wunderbar warmherzigen Meditation
ueber das Altwerden. Sein Horton waechst uns schnell ans Herz, auch wenn
wir seinen Entscheidungen nicht immer zustimmen. Unvergessliche Bilder und
allerlei absurde Momente lassen “O’Horten” weit ueber die 90 Minuten
Laufzeit als Leuchtfeuer durch die norwegische Nacht scheinen.


Ein FILMtabs.de Artikel