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Unknown User 2: Dark Web

Unknown User 2: Dark Web

USA 2018 (Unfriended: Dark Web) Regie: Stephen Susco, mit Colin Woodell, Stephanie Nogueras, Betty Gabriel 93 Min. FSK ab 16

Ein Film, der nur aus einem – ziemlich vollen – Computerbildschirm besteht, das war das Alleinstellungsmerkmal von „Unknown User“. Und allein das machte das schwache Horrorfilmchen interessant. Nun plöppt die Masche als Thriller erneut auf – anfänglich wirr bis interessant, später nur noch tödlich.

Der Test einer neuen Software, Ab- und Anmelden bei Facebook, bei Skype, ein Chat hier, eine Videokonferenz im nächsten Fenster. Das passiert alles auf dem Bildschirm von Matias während eines Online-Spieleabends mit Freunden, bei dem man sich gegenseitig mit raffinierten Geschichten reinlegt. Matias hat dabei die aufregendste Geschichte und sie ist wahr: Auf dem frisch geklau … äh, gekauften Laptop laufen noch die Accounts des Vorbesitzers. Ein geheimer Ordner enthält Unmengen Videos von Überwachungskameras, einige Filme zeigen sadistische Morde. Und ein unbekanntes Programm verbindet mit dem Dark Net. Nebenbei – Multitasking ist hier sehr gefragt – will Matias seine Beziehung zu der taubstummen Amaya mit neuer Software und Rechenpower retten. Doch ausgerechnet in deren Zimmer taucht eine am Bildschirm unkenntlich gemachte Gestalt auf und entführt Amayas Mitbewohnerin.

Um das übervolle Vorgeplänkel abzukürzen: Matias hat das Laptop eines Mörders geklaut, der für Millionen Videos seiner besonders grausamen Verbrechen verkauft. Nun erpresst ihn der Vorbesitzer, aber auch die Kunden kommen wie dunkle Geister aus dem Dark Net über die Freunde, die – jeder an seinem Bildschirm – einen harmlosen Erzählabend verbringen wollten.

Da verwirren eine ganze Menge Themen auf dem Bildschirm, abgesehen von dem logischen Problem, dass der Täter und Super-Hacker doch auch eigentlich gleich zu Matias hätte kommen können. Und überhaupt stürzen Mac-Rechner so gut wie nie ab, nicht alle paar Minuten, wie in dieser Fiktion. Ein wenig warnt der Film wie Böhmermanns „Prism is a dancer“ vor leichtfertigem Umgang mit seinen digitalen Spuren, dann wird das Dark Net mystisch mit Charon, Styx und einer ganz simplen Animation. Beim wilden Hin und Her-Schneiden, bleiben schauspielerisch begrenzte Anforderungen für die jungen Darsteller.

Man sieht nebenbei, wie man schiesswütige Sondereinheiten der Polizei für einen Mord einsetzen kann. Das Runterzählen der restlichen Überlebenden verläuft zwar spannend, aber letztendlich ist „Unknown User 2: Dark Web“ doch nur eines dieser sadistischen Mordspiele, die das Kino verseuchen. Und ein realitätsfremdes Ammenmärchen über das Dark Net.


Ein FILMtabs.de Artikel