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Herr Figo und das Geheimnis der Perlenfabrik
ARG/E (EL RATÓn PÉREZ) 2006 Regie: Juan Pablo Buscarini mit Delfina Varni, Fabián Mazzei, Nicolás Orcanowsky, Joe Rigoli 93 Min.
Zahnfee mit Mäuseschwanz
Der computergenerierte Animationsfilm hat längst den klassischen Zeichentrickfilm im Kino verdrängt. Die CGI-Abenteuer von Pixar, Dreamworks und Sony sind zu kassenträchtigen Event-Movies avanciert, die einen immensen Rattenschwanz an Merchandise nach sich ziehen. Was allerdings alle gemeinsam haben, ist dass ihre Welten komplett aus dem Rechner stammen und dadurch oft kühl und steril wirken.
Der argentinische Kinderfilm HERR FIGO UND DAS GEHEIMNIS DER PERLENFABRIK geht da einen anderen Weg. Mit modernen Mitteln verknüpft er liebevolle Stop-Motion-Animation, wie wir sie beispielsweise aus dem tschechischen Trickfilm kennen, mit Charakteren aus Bits und Bytes. Durch die Interaktion der künstlichen Wesen mit der realen Welt entstand so ein liebevolles Werk, das den Vergleich mit Hollywood nicht scheuen braucht.
Held der Geschichte ist die Maus Figo, das im katalonischen Teil der Welt verbreitete Equivalent zur Zahnfee. Nachts, wenn die Kinder schlafen, schleicht er in ihr Zimmer und tauscht die verlorenen Beißerchen gegen Goldmünzen aus. Hinter dem guten Werk steht eine ausgefeilte Industrie. Die Zähne werden in einer geheimen Fabrik in Perlen umgewandelt und an Herrn Morientes geliefert. Der alte Juwelier ist Figos Freund, doch seinen Neffen Pipo packt die Geldgier. In einer nächtlichen Aktion lässt er die Zahnmaus von seinen fiesen Handlangern entführen. Mit einem selbst entwickelten Serum will er die Mäuse fangen und gefügig machen, um so die Perlenproduktion an sich zu reißen. Die kleine Lucia und ihr Freund Ramiro bekommen Wind von der Sache und machen sich daran Figo zu retten.
Die abenteuerliche Jagd führt sie in die Welt der Mäuse, die unerkannt unter den Menschen existiert. In einer Jukebox betreiben sie einen Nachtclub, in dem die Fellbälle Discofox tanzen, und ein alter Kahn beherbergt die Maschinen und Fließbänder zur Produktion der weiß schimmernden Schmuckstücke. Die Mäusehatz präsentiert sich mit viel Witz und Tempo und verquickt Real- und Animationsfilm auf perfekte Art und Weise. Jungs im Teenageralter wird das vielleicht zu altbacken vorkommen, aber die Kleinen wird der in seiner Heimat erfolgreichste Familienfilm spielend leicht verzaubern.
Ein FILMtabs.de Artikel
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 15.01.2008 / 9:55
- Rubrik:
- Kritiken LT
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