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Truly Naked
Alessa Savage, 103 min
Alec ist ein schüchterner Teenager. Gerade ist er mit seinem Vater aus
London in ein verschlafenes Städtchen an der Küste gezogen. In der neuen
Schule hält er lieber den Kopf unten. Niemand soll erfahren, womit sein
Vater Geld verdient: Als Dylan Savage ist er Pornodarsteller und
Produzent. Seine Filme dreht er in ihrer kleinen Wohnung. Für Alec
gehört das zum Alltag. Er dreht und schneidet die Filme. Doch Dylan ist
alt geworden und die Nachfrage sinkt. Krampfhaft versucht er, das
Geschäft am Laufen zu halten. Als sich Alec in seine Mitschülerin Nina
verliebt, beginnt er, sein vertrautes Leben in Frage zu stellen. Nina
bringt ihm bei, was es bedeutet, wirklich nackt zu sein und gesehen zu
werden. Im Gewand eines Coming-of-Age-Dramas thematisiert die
niederländische Filmemacherin Muriel d’Ansembourg die Suche nach Nähe
abseits pornografischer Reizüberflutung. Ähnlich wie Ninja Thybergs
»Pleasure«, spart auch ihr Debüt dabei keine Details aus und liefert
einige feministische Kommentare zu den patriarchalen Strukturen der
Pornoindustrie. Das ist manchmal arg vordergründig, jedoch insbesondere
von den jungen Hauptdarstellern überzeugend verkörpert. Die unbeholfene,
aufkeimende Liebe zwischen Alec und Nina ist charmant in Szene gesetzt
und steht im Kontrast zu den Sexszenen am Set. »Truly Naked«, zum Teil
mit professionellen Pornodarstellerinnen gedreht, verdammt die Branche
nicht pauschal, sondern bietet einen differenzierten, menschlichen Blick.
Ein FILMtabs.de Artikel
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 11.06.2026 / 3:18
- Rubrik:
- Kritiken LT
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