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Dreams
Rupert Friend, 98 Min.
Eine Szene, wie sie sich tagtäglich an der Grenze zu Mexiko abspielt:
Ein Lkw steht in sengender Hitze. Darin eine Gruppe Geflüchteter,
vereint in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Mit dem Hereinbrechen
der Nacht werden das Klopfen und die Hilferufe im Inneren lauter. Als
schließlich die Tür geöffnet wird, kann Fernando entkommen. Sein Ziel:
San Francisco. Dort lebt Jennifer, Tochter eines reichen Unternehmers.
In Fernandos Heimat teilten sie ein Zimmer, doch in Jennifers Umfeld hat
ihr junger Liebhaber keinen Platz. Während sie mit sich und ihrer
Leidenschaft ringt, versucht der talentierte Tänzer eine Karriere am
Ballett. Mit Filmen wie »New Order – Die neue Weltordnung« hat sich der
mexikanische Regisseur Michel Franco als Meister der provokativen
Sozialkritik etabliert. Eindrücklich seziert er die Kluft zwischen Arm
und Reich. »Dreams« zeigt die Unterschiede in einem intensiven,
körperlichen Beziehungsdrama um Macht und Abhängigkeit. Nicht nur der
Altersunterschied und die sozialen Hintergründe der Hauptfiguren stehen
im Gegensatz zueinander. Während Jennifers Weg vorbestimmt ist, muss
Fernando trotz seiner Fähigkeiten um Geltung ringen. Ein schmerzhaft
reales und hochaktuelles Sujet, stark gespielt von Jessica Chastain
(»Zero Dark Thirty«) und der Neuentdeckung Isaac Hernández. Die Kamera
von Yves Cape (»Holy Motors«) bleibt bewusst auf Distanz, der Film
bezieht keine offensichtliche Position. Das macht seine Aussage umso
eindringlicher.
Ein FILMtabs.de Artikel
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 19.07.2026 / 3:28
- Rubrik:
- Kritiken LT
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