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Eddington

USA/Großbritannien/Finnland 2025 R: Ari Aster, D: Joaquin Phoenix, Pedro
Pascal, Emma Stone, 148 Min.

Mit den okkulten Meisterwerken »Hereditary« und »Midsommar« hat sich Ari
Aster einen Namen als herausragender Horrorregisseur gemacht. Der Erfolg
ebnete ihm den Weg, nun seine ganz eigene Art von Filmen zu realisieren.
Schon in seinem letzten Werk »Beau is afraid« schickte er Joaquin
Phoenix auf eine außergewöhnliche Psycho-Achterbahn. Auch in »Eddington«
dringt er tief in die verstörende Gedankenwelt seiner Figuren ein und
liefert damit einen ätzenden Kommentar zur amerikanischen Gegenwart. Die
Handlung spielt an einem ganz bestimmten Zeitpunkt, dem Mai 2020, als
die Corona-Pandemie die Welt heimsuchte und alles, was sicher geglaubt
war, in Frage stellte. Alternative Fakten und Verschwörungstheorien
haben seitdem Hochkonjunktur und auch Luise (Emma Stone), die Frau des
Sheriffs der Kleinstadt Eddington, verliert sich zunehmend im
Kaninchenbau und verfällt dem charismatischen Scharlatan Vernon
Jefferson Peak (Austin Butler). Ihr Mann Joe (Joaquin Phoenix) setzt
sich derweil über die staatlich verordneten Sicherheitsmaßnahmen hinweg
und legt sich mit dem örtlichen Bürgermeister Ted Garcia (Pedro Pascal)
an. Ein ungleiches Duell, dass er nicht gewinnen kann. Die Mittel, zu
denen Joe greift, um seinen Willen durchzusetzen, werden immer
drastischer, ebenso wie die Handlung im letzten Akt dieses absurden,
zweieinhalbstündigen Ritts zunehmend eskaliert. Bis hin zu einem
verstörenden Finale, das dann doch wieder den Kreis zum Horror schließt,
auch wenn es hier der ganz reale ist. Auch wenn »Eddington« ein wenig
überlang geraten ist und die Fülle an verhandelten Themen den Film vor
allem in der ersten Hälfte überladen, bleibt im Kern eine weitere
fulminante Darstellung von Joaquin Phoenix auf einem irren Trip in die
menschlichen Abgründe.


Ein FILMtabs.de Artikel