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Bye Bye, Berlusconi
BRD 2006 (Buonanotte Topolino) Regie: Jan Henrik Stahlberg mit Maurizio Antonini, Pietro Bontempo, Franco Leo, Fabio Bezzi, Jan Henrik Stahlberg, Lucia Chiarla 89 Min. FSK: ab 12
Inszeniert
Schon allein das reale Treiben Silvio Berlusconis würde für eine Satire taugen. Jan Henrik Stahlberg („Muxmäuschenstill“) entscheidet sich aber für die Form der Mockumentary – der inszenierten Dokumentation – um seinen Unmut und den vieler Anderer an der Politik des italienischen Staatschefs Ausdruck zu verleihen. Gemeinsam mit der Darstellerin Lucia Chiarla inszenierte er eine haarsträubende, tiefschwarze Ohrfeige gegen den übermächtigen Mogul, der sich unlängst selbst mit Napoleon verglich. „Bye, bye Berlusconi“ beginnt als Film-im-Film mit einer Explosion in Genua. Drei zwielichtige Typen haben den Präsidenten entführt und finden sich kurz darauf in einer rasanten Verfolgungsjagd wieder, die abrupt hinter einer Filmklappe endet. Die Dreharbeiten müssen unterbrochen werden, da Berlusconis Anwälte drohen, das Filmteam zu verklagen, sollte sein Name in dem Streifen fallen. Also heißt es umdenken. Produzent Roberto kommt auf die (reichlich dämliche) Idee, den Protagonisten kurzerhand in Topolino („Mickey Mouse“) – oder „Micky Laus“, wie er in der deutschen Synchro heißt – um zu nennen und die Handlung nach Entenhausen zu verlagern. Fortan gehen also Daisy Duck, Kater Karlo und die Hundekacker ans kriminelle Handwerk. Doch zahlreiche Katastrophen erschweren immer wieder die Dreharbeiten. Nach dem gelungenen Anarchostück „Muxmäuschenstill“ und einiger viel versprechender Gastrollen hat sich Stahlberg mit seiner dreifachen Rolle als Regisseur, Autor und Darsteller doch ein wenig verhoben. So bleibt „Bye, bye Berlusconi“ unter seinen Möglichkeiten und über weite Strecken nur leidlich lustig. Vieles setzt zudem auf lokales Vorwissen, was die Exportqualitäten der italienisch-deutschen Kooperation deutlich schmälert, wie man auch an der hilflos schlechten Synchronisation merken kann.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 30.03.2006 / 5:42
- Rubrik:
- Kritiken LT
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