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Belleville Cop

Frankreich 2018 (Le Flic de Belleville) Regie: Rachid Bouchareb, mit Omar Sy, Luis Guzman 111 Min.

Omar Sys ist der ziemlich beste Name für das Plakat eines französischen Films. Und Erfolg an der Kasse. Trotz des eigentlich engagierten Regisseurs Rachid Bouchareb wurde sein komisch geplanter Krimi „Belleville Cop“ allerdings eine ziemliche Katastrophe: „Miami Vice“ für ganz arme Franzosen.

Publikumsfavorit Omar Sy („Ziemlich beste Freunde“) spielt immer gut gelaunt und strahlend den kleinen Pariser Polizisten Sebastian Bouchard, spezialisiert auf Taschendiebstahl. Doch seine irritierend hellhäutige aber vor allem nervende Mutter lässt ihn nicht mit der Freundin zusammen ziehen. Selbst als Sebastians alter Freund vor seinen Augen ermordet wird und der Pariser in Miami Verdächtige verhaften soll, reist die Mutter mit! Noch haarsträubender ist die Zusammenarbeit mit dem lokalen, strafversetzten „Detective“ Ricardo Garcia (Luis Guzmán). Obwohl beim unerträglich schlechten „Belleville Cop“ sollte man gar nicht erst anfangen, die einzelnen Katastrophen aufzuzählen.

Was hat Luis Guzmán („In the Blood“, 2014) eigentlich verbrochen, dass man ihn mit so einem Job bestraft? „Belleville Cop“ reitet auf der Masche rum, dass Guzmáns Garcia ein Idiot ist und Omar Sys Cop als Tourist nichts machen darf. Weder mit der Situation des Gasts in fremder Umgebung noch mit der Parodie echter Gangsterfilme wie „Miami Vice“ kann das Filmchen Funken schlagen. Viele leere dünne, grausam schlechte Dialoge tun im Kopf weh. Und es wird exzentrisch viel gequatscht, was im Original vielleicht lebendig klingt, in der richtig schlechten Synchronisation aber vor allem nervt.

Regisseur und Autor Rachid Bouchareb gilt seit „Cheb – Flucht aus Afrika“ (1991) als angesehener und vielfach ausgezeichneter Filmemacher. Oft beschäftigen ihn Geschichten von Einwanderern und aus Algerien. Wie „Belleville Cop“ seinen dummen und schlechten Verlauf ohne jeden interessanten oder tieferen Gedanken runterspielt, ist dabei nur noch erschreckend.


Ein FILMtabs.de Artikel