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Prestige – Meister der Magie

Prestige – Meister der Magie
USA 2006 (The Prestige) Regie: Christopher Nolan mit Hugh Jackman, Christian Bale, Michael Caine 128 Min. FSK: ab 12
 
Sehen Sie hier in meiner linken Hand das Wort "Meisterwerk" … und schwups ist es weg! Na ja, mit Texten zaubern, ist nicht so einfach. Das kann der Film besser. Und deshalb verspricht das Duell zweier Magier von "Memento"-Regisseur Christopher Nolan bestes Kino. Vor allem wenn Hugh Jackman, Christian Bale, Michael Caine und David Bowie dabei sind!
 
Zur Erinnerung: Christopher Nolan drehte seinen Thriller "Memento" rückwärts – das Finale gab es am Anfang. "Batman Begins" mit einem überraschenden Christian Bale verlief zwar konventioneller, war aber auch eine große Rückblende in die Anfangsjahre des menschlichen Superhelden. Nun verläuft die Handlung auch recht normal, ein Geflecht aus Rückblenden gehört aber zu den Tricks des Kino-Magiers Nolan.
 
Im London der Jahrhundertwende leben zwei Zauberer ein erbittertes Duell: Robert Angier (Hugh Jackman) und Alfred Borden (Christian Bale) klauen sich ihre Tricks und ihre Frauen. Sie besuchen die Show des anderen, um sich gegenseitig blutig zu sabotieren und zu verstümmeln. Den Grund des Hasses erzählt eine andere Zeitebene des verschachtelten Films. Robert und Alfred lernten einst beim alten Cutter (Michael Caine) bis der Ehrgeiz des ungeduldigen Alfred beim Entfesselungstrick einen zu riskanten Knoten knüpfen lässt. Die Freundin Roberts ertrinkt.
 
Später wird sich die Frau von Alfred umbringen. Doppelung ist ein Grundmuster vieler Tricks im Film und auch der großen Täuschung des Duells. Die ausnahmsweise hier nicht verraten wird. Die tragische Entschlossenheit, mit der zwei Menschen sich selbst aufgeben, muss für die menschliche Tiefe sorgen. Dabei ist Alfred der versessene Zauberer, während Robert nur die bessere Show hinlegt. Der Alfred von Christian Bale erweist sich auch als fesselndere Figur, mit mindestens zwei Gesichtern als vielschichtiger. Doch wie Cutter immer betont, gibt es Tricks und wahre Magie. Die wird sich erst im Finale zeigen…
 
Generell sieht "The Prestige" sehr gut aus: Die historischen Kulissen und Kostüme (Nathan Crowley/Joan Bergin) nehmen das Auge ebenso gefangen wie die brillanten Darstellerleistungen. Ein besonderes Schmankerl ist einer der selten gewordenen Filmauftritte von David Bowie. Er spielt den Naturwissenschaftler und Erfinder Tesla, nach dem die physikalische Einheit der magnetischen Flussdichte genannt ist. Tesla war erst Mitarbeiter und später Konkurrent des berühmteren Edison. Dabei erwies sich der von Tesla bevorzugte Wechselstrom später als das gängigere Konzept. So spielt sich das Duell auch auf dieser Ebene und selbst der Film "The Prestige" ist Teil eines Duells: "The Illusionist" hat ein ähnliches Thema und ist eingängiger erzählt.


Ein FILMtabs.de Artikel