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Die Camino-Therapie
Berre, Maëlle Vidou 113 Min.
Nach 15 Jahren Unterricht an einer Brennpunkt-Schule wird Fred
(Alexandra Lamy) suspendiert. Ihr ist im Affekt die Hand ausgerutscht
und sie hat eine Schülerin geschlagen. Erst findet sie die Strafe
ungerecht und sucht die Schuld bei den anderen. Aber schließlich gesteht
sie sich ein, dass es ihr Fehler war, und es ist der Versuch einer
Wiedergutmachung, als sie entschließt, das Angebot ihrer Freundin
anzunehmen: Die Organisation, für die sie tätig ist, begleitet
straffällig gewordene Jugendliche auf dem „Weg der Wandlung“. Für zwei
Monate marschieren die Pädagogen allein mit ihrem Schützling auf dem
Jakobsweg. So lernt Fred Adam (Julien Le Berre) kennen. Der gewalttätige
Jugendliche steht kurz vor seinem 18. Geburtstag und hat schon mehrere
Jugendstrafen kassiert. Die Richterin stellt ihn vor die Wahl: Entweder
Wanderung oder Knast. Entsprechend wenig motiviert und aufmüpfig ist er
auf den ersten Kilometern und treibt Fred an den Rand ihrer Geduld. Sie
setzt ihm klare Grenzen und zeigt Verständnis für seine Situation. So
kommen die beiden sich allmählich näher.
„Ich glaube nicht an Gott.“ – „Er glaubt auch nicht an dich.“ Es sind
die direkten Dialoge zwischen Adam und Fred, die diese Reise so spannend
machen. Adams Gefühle schwanken zwischen den Extremen und Fred begegnet
ihm mit Offenheit. Dramaturgisch folgt der Film von Yann Samuel („Liebe
mich, wenn du dich traust“) bekannten Pfaden. Einem Hoch folgt ein Tief
und es gibt einschneidende Begegnungen auf dem Weg. Adams Leidenschaft
für Rap wirkt mitunter etwas aufgesetzt. Aber der junge Hauptdarsteller
Julien Le Berre ist ein überzeugender Performer und das Zusammenspiel
mit der erfahrenen Alexandra Lamy („Louise und die Schule der Freiheit“)
funktioniert hervorragend. Vincent Gallot („Ghettogangz“) setzt die
Reise einfallsreich und mit großen Naturbildern in Szene.
Ein FILMtabs.de Artikel
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 29.06.2026 / 4:31
- Rubrik:
- Kritiken LT
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