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Inland Empire
USA, Polen, Frankreich 2006 (Inland Empire) Regie: David Lynch mit Laura Dern, Jeremy Irons, Harry Dean Stanton 178 Min. FSK: ab 12
Spiegelkabinett
Ein neuer Film von David Lynch wirft einen jedes Mal aus der Bahn. Sein Ansatz, die Grenzen des konventionellen Kinos zu überschreiten, fasziniert und verstört gleichermaßen. Mit keinem seiner bisherigen Werke ist er diesem Ziel so nahe gekommen, wie mit „Inland Empire“. Lynch bedient sich der digitalen Aufnahmetechnologie und gewinnt … dadurch spürbar die Freiheit Dinge zu probieren, die so auf einer Leinwand noch nicht zu sehen waren. So stellt sein zehnter Film auch eine Rückbesinnung auf die experimentellen Frühwerke dar. Für manch Einen mag das dreistündige Werk dadurch unrezipierbar sein. Andere sehen es als Geniestreich eines Querkopfs und bisherige Krone der Schöpfung David Lynchs. Wie gewohnt ist eine Handlung nur marginal und anfänglich vorhanden. Lynchs blonde Muse Lara Dern verkörpert die wohlhabende Schauspielerin Nikki Grace, die gerade mit ihrem Mann in ein herrschaftliches Anwesen gezogen ist, als sie Besuch von einer Nachbarin erhält. Die seltsame alte Frau prophezeit ihr Verderben, der Beginn einer verstörenden Odyssee, die Nikki vom Set ihres neues Films durch einen albtraumhaften Irrgarten aus Realität und Fiktion, Wahn und Wirklichkeit führt. Solange Dern dabei ein großes Fragezeichen auf der in Falten gelegten Stirn vor sich herträgt, sind wir uns immerhin sicher, mit unserer Ratlosigkeit nicht allein zu sein. Wenn dann noch eine Familie in Hasenkostümen in immer wiederkehrenden Ausschnitten aus Lynchs Mini- Serie „Rabbits“ den Alltag nachspielt, bügelt, liest und Unverständliches redet, was mit Gelächter und Applaus aus der Dose kommentiert wird, verschweigen die Fragen nach dem „Warum?“ endgültig, und wir begeben uns gleichmütig in die Hände des Wahnsinns.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 24.04.2007 / 6:46
- Rubrik:
- Kritiken LT
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