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Der Fluch der goldenen Blume
VR China 2006 (Man cheng jin dai huang jin jia) Regie: Zhang Yimou mit Gong Li, Chow Yun-Fat, Jay Chou 114 Min. FSK: ab 12
Opulent
Nicht kleckern, sondern klotzen: das visuelle Feuerwerk, die überschwängliche Ausstattung, der melodramatische Plot – Regisseur Zhang Yimou („Hero“) hat sich mit „Der Fluch der goldenen Blume“ wahrlich selbst übertroffen. Allein die Hauptdarsteller sorgen schon für Opulenz auf der Leinwand: Gong Li und Chow Yun Fat spielen das königliche Ehepaar, das nur vor dem Volk Einheit repräsentiert. Der wirkliche Alltag am Hofe sieht anders aus: der grausame Herrscher versucht seine Frau langsam zu vergiften. Die Königin erfährt davon, ist aber machtlos dem Willen ihres Gatten ausgeliefert. Also plant sie den Sturz des Despoten mittels eines Aufstandes der königlichen Truppen. Dabei soll ihr ältester Sohn behilflich sein und die Männer anführen. Im Machtkampf mit seinen Brüdern und entsetzt von der Unmenschlichkeit seines Vaters willigt er ein. Am Abend des Chrysanthemenfestes soll die Entscheidung fallen. Chinesische Historie trifft griechische Tragödie: das neue Werk des erfolgreichsten Regisseurs im Reich der Mitte fesselt mit Dramatik shakespeareschen Ausmaßes. Über zwei Stunden webt er ein gespanntes Netz aus Verrat und Intrigen. Exzellente Darsteller sorgen dafür, dass man die Figuren in der Pracht aus Rot und Gold nicht aus den Augen verliert. Und das ist wirklich eine Leistung, denn wenn die Königsfamilie in ihrem Thronsaal sitzt, inmitten einem Meer gelber Blüten auf der Terrasse diniert, durch die Gänge des bunt geschmückten Palastes streift oder Soldatenhorden den Innenhof stürmen, möchte man den Blick gar nicht mehr von der Leinwand lösen.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 24.04.2007 / 6:46
- Rubrik:
- Kritiken LT
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