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World Soundtrack Awards 2006
World Soundtrack Awards 2006
Iglesias – König der Filmmusik
Von Günter H. Jekubzik
Die Musik ist nicht die erste Stimme des Films, sie ist eine Interpretation, eine Entdeckung des Films durch den Geist. Es ist das was die Verbindung schafft zwischen Film und Zuschauer. (Alberto Iglesias)
Gent. Iglesias – nicht Julio oder Enrique, sondern Alberto ist der große Sieger der 6. World Soundtrack Awards die am vergangenen Samstag im Rahmen des Internationalen Filmfestivals Flandern (11.-22.10.2006) verliehen wurden. Auch Randy Newman und James Taylor waren bei Preisreigen dabei.
Fast überhört und doch oft das Stärkste am Film: Der Soundtrack und seine Komponisten fristen eine anonyme Existenz am Rande der Bilder – auf der Tonspur. Diese jährlich stattfindenden “World Soundtrack Awards” ehren herausragende Persönlichkeiten und Leistungen im Bereich der Filmmusik.
Der große Sieger der sechsten Ausgabe war als “Bester Filmkomponist des Jahres” und für die “Beste Original Filmmusik” gleich zweifach ausgezeichnete Alberto Iglesias. Der Spanier erhielt den Preis für Fernando Meirelles’ Drama “Der ewige Gärtner” mit Ralph Fiennes und Rachel Weisz. Bekannt ist er vor allem für seine Kompositionen für Pedro Almodovar, zuletzt “Volver”.
Den “Besten Original Song für einen Film komponiert” realisierte ein ungewöhnliche Kombination: Der ehemalige Zyniker und jetzt fast hauptberufliche Disney-Komponist Randy Newman schrieb das Liedchen “Our Town” einem Rennauto auf den Kühlergrill und Weichspüler James Taylor (“With a little help from a friend”) sang die Schnulze.
Als “Entdeckung des Jahres” erkor die Jury die Griechin Evanthia Reboutsika, die sehr gerührt in ihrer Dankesrede die besondere Zusammenarbeit mit einem türkischen Regisseur beim Film “My Father & My Son” hervorhob. Ihr Vorgänger Gustavo Santaolalla (“21 Grams”, “Die Reise des jungen Che”) erhielt in diesem Jahr den Publikumspreis. Die Internet-Abstimmung fiel für “Brokeback Mountain” aus. Der Komponist und Gitarrist begeisterte bei der Preisverleihung mit einer spontanen Musikeinlage. Der deutsche Komponist Peer Raben erhielt den Lifetime Achievement Award, konnte ihn aber aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich entgegen nehmen. Seit 1969 schrieb Peer Raben fast alle Musiken für die Filme von R. W. Fassbinder. Neben Kompositionen für Film und Fernsehen entstanden auch viele Kompositionen für das Theater – u.a. für Inszenierungen von Peter Zadek, Claus Peymann und anderen berühmten Regisseuren. Aber Peer Raben widmete sich noch einer weiteren Leidenschaft – dem Chanson. Über viele Jahre hinweg entstanden Chansons für Ingrid Caven zu Texten von ihm selbst, von R. W. Fassbinder und Hans Magnus Enzensberger. Ingrid Caven nahm den Preis für Raben in Empfang.
Hinter den “World Soundtrack Awards” steht die “World Soundtrack Academy” (WSA), 2001 vom “Internationalen Filmfestival Flandern” und einer Anzahl Filmkomponisten, darunter zahlreiche Oscargewinner, gegründet. Mittlerweile hat die Akademie etwa 200 Mitglieder, die sich aufs Notenblatt geschrieben haben, Filmmusik zu fördern.
Am 19. Oktober wird es in der Flämischen Oper Gent ein Konzert geben, das das Werk des mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Filmkomponisten Craig Armstrong (“Moulin Rouge”, “Romeo and Julliet” “World Trade Center”) vorstellt und würdigt.
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- Publiziert von:
- Günter H. Jekubzik, 15.10.2006 / 12:50
- Rubrik:
- Kritiken GHJ
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