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Super Troopers 2 *

Komödie USA 2018 Regie: Jay Chandrasekhar, mit Seann William Scott, Clifton Collins jr., Steve Lemme, Erik Stolhanske, Jay Chandrasekhar 99 Min. FSK ab 12

Die Comedy-Truppe Broken Lizard landete im Jahr 2001 mit „Super Troopers – Die Superbullen“ einen kleinen Überraschungserfolg: Die von ihr geschriebene, inszenierte und gespielte Blödel-Komödie lief auf dem Sundance Festival, wurde von Fox Searchlight gekauft und spielte weltweit 23 Millionen US-Dollar ein. Mit „Club Mad“ (2004) und „Bierfest“ (2006) kamen noch andere, weniger erfolgreiche Filme von Broken Lizard ins Kino. Für die späte Fortsetzung „Super Troopers 2“ musste nun ein Crowdfunding herhalten. Fans sammelten über 4,6 Millionen US-Dollar ein, die auf üblichem Produktionsweg nicht aufzutreiben waren.

Die Handlung der „fanbasierten“ Komödie geriet mehr als übersichtlich: Die chaotische Truppe von Gesetzeshütern, die nach den Eskapaden aus dem ersten Film als Handwerker herumblödelt, wird offiziell wieder eingesetzt, um die Übergabe eines Stück Kanadas an die USA zu kontrollieren. Grenzkorrekturen sorgen für diesen außergewöhnlichen Zustand. So übernehmen die ehemaligen Vermont Highway Patrol Officers Thorny (Jay Chandrasekhar), Farva (Kevin Heffernan), Rabbit (Erik Stolhanske), Foster (Paul Soter) und Mac (Steve Lemme) mit ihrem Vorgesetzten Captain O’Hagan (Brian Cox) die Polizeistation einer franko-kanadischen Stadt.

Vorurteile und nationale Klischees sowie Zoten über die jeweilige Fremd-Sprache bilden den überwiegenden Inhalt des Mittelteils. Dabei setzen die bald überflüssigen kanadischen Mounties (Will Sasso, Tyler Labine und Hayes MacArthur) einen massiven Braubären ins Büro der ungeliebten US-amerikanischen Konkurrenz. Worauf die Super Troopers sich der kanadischen Uniformen bemächtigen, um in einer langen Gag-Sequenz als vermeintliche Frankophone irritierte Verkehrsteilnehmer zu schikanieren. Ein Bordell ist Kulisse für eine Schlägerei, bei der Fäuste und Riesen-Dildos fliegen – wohl ein Versuch des Films, frech frivol zu sein. Aber auch die vielen homoerotischen Andeutungen in der Männer-Truppe sind nicht mal mehr pubertär. Für das Finale greifen Broken Lizard den dünnen Handlungsfaden wieder auf und verfolgen eine Spur zufällig gefundener Schmuggelware bis zum üblichen, wenig überraschenden Verdächtigen.

Broken Lizard beziehen sich in ihrem Treiben auf den Klassiker „Animal House“ („Ich glaub’, mich tritt ein Pferd“, 1978), wobei ihre Weiterführung dieses Klamauks eher an Nachmachversuche eines Schüler-Theaters erinnert. „Super Troopers 2“ wurde vom Broken Lizard-Kollektiv Jay Chandrasekhar, Kevin Heffernan, Steve Lemme, Paul Soter und Erik Stolhanske geschrieben und von
Chandrasekhar inszeniert. Der Publikums–Einfluss durch das Crowdfunding erzeugte selbst nach 17 Jahren nur mehr vom Gleichen. Während in dem nicht besonders hoch angesehenen Blödel-Genre späte Remakes wie „Starsky & Hutch“ schon 2004 durch Übertreibung amüsieren konnten oder „Zoolander“ noch früher durch das Überdrehen der Absurditäten sich fast für hochtrabende Interpretationen anbot, präsentieren Broken Lizard Stillstand im Comedy-Sektor. Bei auch ansonsten geringer Qualitäts-Stufe: Inszenatorisch ist das Niveau sub-TV.

Alte Komiker, die sich seit Jahren nicht weiterentwickeln, und ein Crowdfunding, das die auch mal hilfreichen Kontrollen klassischer Produzenten umgeht, ergeben im unglücklichen Zusammenspiel eine durchgehend missglückte Komödie. Auch Blödeln will gekonnt sein.


Ein FILMtabs.de Artikel