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Garfield 2
USA 2006 (Garfield: A Tail of Two Kitties) Regie: Tim Hill mit Breckin Meyer, Jennifer Love Hewitt, Billy Connolly 80 Min.
Ein Schweinchen namens Garfield
Wer Garfield für einen dionysischen Philosophen hält, wer Lasagne nicht als Schichtung von Pasta, Tomaten und Käse, sondern als Metapher für gutes Leben und himmlische Genüsse empfindet, der ist hier falsch! Denn die Comicfigur Garfield ist nicht nur eine fette, orange behaarte und herrlich bösartige Variante von Harald Schmidt. Es ist auch ein einfacher Spaß, der sich an Kinder richtet. Wie dieser Film …
"Garfield: A Tail of Two Kitties" heißt es im Original und ein Verwechslungs-Märchen ist die zweite Realverfilmung des Comic-Katers unübersehbar. Luftaufnahmen eines üppigen Schlosses sind eindeutig günstiger als im Computer erzeugte Bilder der Trickfigur Garfield, die dann in real gefilmte Bilder montiert wird. Und so wird fleißig über den britischen Adelsitz Carlyle geflogen, auf dem nach Verscheiden der Vorbesitzerin nun ein Kater thront, Garfield zum Verwechseln ähnlich. Da trifft es sich gut, dass sich das faule und amerikanische Gegenstück ins Gepäck von Herrchen Jon (Breckin Meyer) schmuggelt, um dessen Verlobung mit Liz (Jennifer Love Hewitt) in London zu boykottieren. Mit dabei ist Odie, der dämlichste Hund der Welt, der sich in der Filmversion als erstaunlich hilfreicher Kumpel erweist.
So ist die Verwechslung über zig Meilen kein Problem: Lord Dargis (Billy Connolly), ein habgieriger Erbe in zweiter Reihe, setzt den Prinz auf vier Pfoten auf der Themse aus und im übersichtlichen London finden Jon und Odie problemlos den arg mitgenommenen Streuner. Garfield wiederum wird in der Riesenstadt vom Hausdiener und Tierliebhaber des Schlosses fast überfahren. Nach kurzen Eingewöhnungsproblemen wird dem faulen Schlemmer klar, dass er hier alles haben kann - nur Lasagne haben die Hausangestellten nicht auf dem Speiseplan. Doch Lord Dargis stellt der lieben Tierwelt weiter nach und so muss der Kater seinen fetten Hintern hochkriegen, um vereint mit dem heimgekehrten Prinzen die Machtverhältnisse zu richten …
Vor allem im Zusammenspiel mit den tierischen Bewohnern von Schloss Carlyle gewinnt Garfield viele Sympathien. Hier quasseln Ente, Huhn und Ratte wie einst ein "Schweinchen namens Babe". (In der deutschen Fassung ersetzt Oliver Kalkofe die erste Garfield-Stimme Thomas Gottschalk. Das Original spricht kongenial lässig Bill Murray.) Die treue Bulldogge, witzigerweise Leibdiener des Prinzen, beschwert sich nur hinter den Kulissen, dass Garfield nicht mal als Katze "formerly known as Prince" durchgeht. Neben solchen Scherzen für Erwachsene, die bei diesem netten Garfield die Krallen vermissen werden, richtet sich die zweite Comicverfilmung eher an Kinder. Die Lauf-Kürze von 80 Minuten bleibt trotzdem ziemlich ideenarm. Regisseur Tim Hill ("Muppets aus dem All") brachte vor allem seine Erfahrung im Zusammenspiel von Puppen, Animation und Realfilm ein.
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- Publiziert von:
- Günter H. Jekubzik, 01.08.2006 / 10:10
- Rubrik:
- Kritiken GHJ
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