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Die andere Seite
Barbara Petritsch, 106 Min.
Wie ein scheues Tier steht Hanna im Wald, häutet einen Hasen und hält
dabei immer wieder inne, um nach Geräuschen zu lauschen. Als sie Schüsse
hört und Hundegebell, packt sie hastig alles zusammen und flieht. Durch
den Wald, den Hang hinauf, doch der Hund ist ihr auf den Spuren und nur
dank ihrer Beute lässt er von ihr ab. Der schmerzhafte Verlust ist
spürbar, noch schmerzhafter allerdings der Stock, der sich in ihren
Unterschenkel gerammt hat, den sie unter Tränen entfernt, die Wunde
desinfiziert und näht. Es geht um alles – das wird auch ohne Worte
schnell klar in Mariko Minoguchis („Mein Ende. Dein Anfang.“) zweitem
Spielfilm. Das existentialistische Drama entfaltet sich allmählich. Es
gibt einen Virus, Hanna war Ärztin und ist jetzt Ausgestoßene, da sie
den Erreger in sich trägt. Über rund zwei Stunden entspinnt sich ein
Kampf ums Überleben in der Wildnis der Alpenregion. Die traurigen Augen
von Nina Hoss zeugen vom Leid, dass sie gesehen haben. Endzeitdramen
rund um tödlichen Viren hat es schon viele im Kino gegeben, aber selten
wurde das Szenario so trostlos geschildert.
Ein FILMtabs.de Artikel
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 29.10.2026 / 4:38
- Rubrik:
- Kritiken LT
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