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Le Mans 66 – Gegen jede Chance

USA 2019 (Ford vs. Ferrari) Regie: James Mangold mit Christian Bale, Matt Damon, Caitriona Balfe, 152 min

Ein Aufeinandertreffen, das Renngeschichte schrieb – Perfekter Stoff für Hollywood: Die Zusammenarbeit zwischen dem ehemaligen Rennfahrer und Fahrzeugentwickler Caroll Shelby und dem passionierten Rennfahrer und genialen Mechaniker Ken Miles sorgte Mitte der Sechziger für Schlagzeilen. Nachdem Ferrari jahrelang ungeschlagener Platzhirsch im Rennsport war, schaffte es Neuling Ford in nur wenigen Jahren den Italienern den Rang abzulaufen. James Mangold („Walk the Line“) hat daraus einen mitreißenden Film gemacht.

Der mittellose Mechaniker Ken Miles (Christian Bale) und der millionenschwere Autobauer Caroll Shelby (Matt Damon) kennen und respektieren einander schon eine ganze Weile, als sich ihnen eine einmalige Chance ergibt: Sie sollen einen Rennstall für Ford aufbauen und dabei nicht weniger als das schnellste Auto der Welt designen – in weniger als einem Jahr. Während Caroll mit den Firmenbossen verhandelt, nutzt Ken unkonventionelle Mittel, die schließlich ans Ziel führen. Doch die Chefetage bei Ford ist nicht gerade begeistert vom Heißsporn Ken Miles und hätte lieber einen anderen Fahrer hinterm Steuer. Caroll vertraut seinem Freund. Beim 24-Stundenrennen in Le Mans, dem härtesten Rennen der Welt, soll sich schließlich entscheiden, ob sein Vertrauen gerechtfertigt ist.

Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem großspurigen Amerikaner Shelby und dem eigenwilligen Engländer Miles steht im Mittelpunkt von James Mangolds Rennfahrerdrama. Mit viel Liebe zum Detail und einer großen Verneigung vor dem Klassiker „Le Mans“ von 1971, in dem Steve McQueen hinterm Steuer saß und sein Leben riskierte, inszenierte Mangold die klassische Geschichte eines amerikanischen Traums, die in der zweiten Hälfte der 152 Minuten Laufzeit in einen packenden Thriller auf dem Asphalt mündet. Dabei glänzen neben den Chromfelgen vor allem seine Hauptdarsteller: Matt Damon, darf hier mal den selbstsicheren Star des Films verkörpern, während Christian Bale das Genie gibt, herzensgut, aber getrieben vom Rausch der Geschwindigkeit. Es macht großen Spaß, den beiden Oscargewinnern zuzusehen. Man nimmt ihnen die Männerfreundschaft ab. Und bei der kommenden Verleihung könnten die beiden sich gute Hoffnungen auf einen weiteren Academy Award machen. Es ist aber Regisseur Mangold, der den Film auf Kurs und das Steuer fest in der Hand hält.


Ein FILMtabs.de Artikel