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But Beautiful

D/A 2019 R: Erwin Wagenhofer, 116 Min.

Es wirkt fast wie Trotz, dieses „But Beautiful“. In einer Zeit, wo in der täglichen Nachrichtenflut scheinbar eine Hiobsbotschaft die nächste ablöst, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass es Schönheit gibt, auf der Welt. Die Schönheit der Natur, der Musik, der Synergie, wann immer Menschen zusammen kommen. Dabei stammt der Titel von Erwin Wagenhofers Dokumentarfilm eigentlich aus dem Jazz, von einem Stück von Chet Baker bzw. einem Buch über Jazz von Geoff Dyer, das Wagenhofer zu seinem Film inspirierte. Die Musik spielt eine gewichtige Rolle in „But Beautiful“. Das improvisierte Zusammenspiel der Musiker bildet die Basis und zieht sich als roter Faden durch die filmische Reise. Die führt nach Indien, wo ungebildete Frauen aus der Provinz lernen, Solaranlagen zu fertigen, die ein ganzes Dorf mit Energie versorgen können. Auf La Palma rekultiviert ein Paar verseuchten Boden mit Permakultur. Der Österreicher Erwin Thoma baut Wärmespeicherhäuser aus Holz, die auch bei 20 Grad unter Null keine Heizung benötigen. Schließlich führt die Reise auch zu einer Begegnung mit dem Dalai Lama und seiner Schwester. Dazwischen ein junges Jazztrio, ein etablierter Pianist, eine beseelte kolumbianische Sängerin, die den Klang der Schönheit vermitteln. Über Jahre hinweg sammelte Wagenhofer diese Begegnungen. Nachdem er sich in „We feed the world“ mit der Ernährungskrise auseinandersetze, in „Let‘s make money“ mit dem Finanzwesen und schließlich dem etablierten Bildungssystem in „Alphabet“ Alternativen entgegen setzte, wirkt „But Beautiful“ wie eine Quintessenz seines bisherigen Schaffens. Ein Film, der optimistisch stimmt und motivierend. Schließlich gibt es so viel Schönheit in der Welt, wenn sich Menschen nur dazu entschließen, zusammen zu wirken und ihr Wissen zu teilen.


Ein FILMtabs.de Artikel