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A War

(Krigen) DK 2015, R: Tobias Lindholm, D: Pilou Asbæk, Tuva Novotny, Dar Salim, 115 Min.

Irgendwo in der afghanischen Provinz. Eine dänische Einheit auf Patrouille. Die Soldaten sind nervös. Dann tritt einer von ihnen auf eine Mine, die ihm seine Beine zerfetzt. Der junge Rekrut verendet blutig. Alle Wiederbelebungsversuche sind vergeblich. Tags drauf ist die Stimmung in der Truppe angespannt. Jedes Fahrzeug könnte mit Sprengstoff präpariert, jeder Ziegenhirte ein potentieller Selbstmordattentäter der Taliban sein. Für Kommandant Claus Michael Pedersen ist es selbstverständlich, dass er seiner Truppe beisteht, um die Moral aufrecht zu erhalten. So begleitet er die Einheit in ein nahegelegenes Dorf – und in einen Hinterhalt. Schüsse fallen, die Männer werden in die Enge getrieben, ein Soldat wird schwer verletzt. In dem Chaos trifft Claus eine folgenschwere moralische Entscheidung, die auch das Schicksal seiner Familie beeinflusst, die daheim in Dänemark auf ihn wartet. Bereits in seinem meisterhaften Drama »Hijacking«, in dem er die Entführung eines Frachters durch somalische Piraten schilderte, betrachtete Regisseur und Autor Tobias Lindholm das Geschehen aus zwei differenzierten Perspektiven. Auch hier stand Pilou Asbæk vor seiner Kamera, der den hilflosen Offizier Pedersen in einem schweren moralischen Dilemma eindrucksvoll verkörpert. Tobias Lindholm verantwortete als Drehbuchautor bereits die Filme von Thomas Vinterberg (»Die Jagd«). Er vermag es meisterhaft, komplexe menschliche Schicksale auf die Leinwand zu bringen. Die Themen Schuld und Moral, die das dänische Kino so oft und so gut im Kino behandelt, stehen auch hier im Mittelpunkt. Darüber hinaus setzt sich Lindholm in seinem Film mit den Auslandseinsätzen seiner Heimat auseinander. »A War« ist ein wichtiger Beitrag zur Diskussion über deren Rechtmäßigkeit und stellt die richtigen Fragen. Auf diese Fragen Antworten zu finden, mag schmerzhaft sein, es ist jedoch essentiell.


Ein FILMtabs.de Artikel