Code: Unbekannt

Frankreich/Deutschland 2000 (Code inconnu) Regie Michael Haneke, 117 Min.

Ein schwieriger Film - das ist beim Österreicher Haneke nichts besonderes. In eindrucksvollen Werken wie "Funny Games", "Benny's Video", "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" oder "Der siebte Kontinent" schockierte der Regisseur mit in ihrer Unerbittlichkeit - und oft auch in ihrer Brutalität - schwer erträglichen Sequenzen. Die Kritik meint, diese Werke schildern "Die Vergletscherung der Gesellschaft". Und um Kommunikationslosigkeit im Eis könnte sich auch " Code: Unbekannt" drehen.

Eine Straßenszene in Paris: Die Schauspielerin Anne (Juliette Binoche) trifft den Bruder ihres Freundes. Der Junge floh vom Hof seines Vaters. Im Vorbeigehen warf er ein Stück Papier einer Bettlerin zu, ein Schwarzer verlangt daraufhin eine Entschuldigung für diese Rücksichtslosigkeit. Die bald herbei eilende Polizei schiebt die Bettlerin ab und verhaftet den Schwarzen.

Aus dieser Schlüsselszene entwickelt sich ein Kaleidoskop von Geschichten, die lange recht undramatisch dahinplätschern. Doch Schlüssel ist das falsche Stichwort, an den französischen Häusern öffnen Nummerncodes die Türen. Die Codes jedoch zu den Mitmenschen fehlen. Wie das Pantomimen-Rätsel des Anfangs, bietet der Film keine Lösung an. Die Vielfalt der Themen ist aktuell und notwendig: Ausländerfeindlichkeit, Flüchtlinge, Beziehungskrisen, Fotos vom Kosovo-Krieg.

In sehr langen Plansequenzen konzentrieren sich hoffnungslose Begegnungen. So gut das alles aussieht, dank der Kamera von Jürgen Jürges, es wirkt enttäuschend, unbestimmt, vage. Erstmals erzählt und bleibt Haneke beiläufig.


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

realisiert durch
Ein Service von
arena internet service
FILMtabs-Logo