Winn-Dixie - Mein zotteliger Freund

USA 2004 (Because of Winn Dixie) Regie: Wayne Wang mit Anna-Sophia Robb, Jeff Daniels, Cicely Tyson, Dave Matthews 106 Min. FSK: o.A.

Hunde und Kinder, das ist genau das, was dieses mittelmäßige Kinojahr braucht.
Ausgesprochen "süüüüüüß" kommt "Winn Dixie" daher, Regisseur Wayne Wang erzählt die Kindergeschichte jedoch sehr ergreifend und ohne disney-mäßig in Über-Kitsch sowie brave Moral zu verfallen.

Sie hat große Augen, er Riesenohren. Anna-Sophia Robb als kecke, aber einsame zehnjährige Opal Buloni gewinnt die Herzen mit natürlichem Kindercharme. Der wuselige Hundedarsteller von Winn Dixie setzt noch einen drauf, grinst tatsächlich jeden an und auch breit in die Kamera. Mit oder ohne digitale Nachhilfe - das funktioniert. Als Opal also im Supermarkt namens Winn Dixie den Amoklauf eines herrenlosen Hundes stoppt und ihn als den ihrigen ausgibt, entsteht ein unschlagbares Paar.

Die Tochter eines Priesters (Jeff Daniels) lebt mit ihm allein im Wohnwagen. Der Prediger - so nennt auch Opal ihn - zieht von Job zu Job. Sie sind immer auf Achse, was Opal einsam und traurig macht. Bis Winn Dixie da ist, immer wieder für Aufregung sorgt und Opal so zu neuen Freunden bringt.

Nicht ganz einfach, denn die Menschen in diesem Kaff haben vergessen, Freude und Trauer zu teilen. Doch mit Hilfe einer Geschichte der alten Bibliothekarin (Eva Marie Saint) und deren magischen Bonbons voller Trauer lernt Opal die Menschen kennen. Wenn sie die Bonbons probieren, erinnert sich jeder an seinen ganz eigenen tiefen Schmerz. Für Opal ist es die Sehnsucht nach der Mutter, die irgendwann verschwand. Aber nun schafft es das Mädchen, alle neuen Freunde auf einer Party zusammen zu bringen. Als jedoch ein Unwetter aufzieht, läuft Winn-Dixie weg - er ist ein Hund mit einer pathologischen Angst vor Gewittern ...

Wayne Wang ("Smoke", "Blue in the Face") beginnt seinen sympathischen Film mit einigen Slapstick-Momenten, da wird der dumme Polizist, der dem Kasperle-Theater entsprungen sein könnte, einer Horde von Tieren fortgejagt, da erinnert der Trubel um Winn Dixie im Supermarkt an Stummfilm-Randale. Doch die ebenso spaßige wie anrührende Entwicklung findet später schöne Bilder für kleine Lebensweisheiten.


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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