Teufel in Blau
USA 1995 (Devil in a blue dress) Regie Carl Franklin, 120 Min.
Los Angeles 1948: Easy Rawlins (Denzel Washington) ist einer der Schwarzen, die Amerika und die Welt vom Nationalsozialismus befreiten und nach der Heimkehr weiter als "Boys" in die untersten Gesellschaftsschichten getreten wurden. Wegen seiner Hautfarbe arbeitslos, übernimmt er den Job eines Detektivs und gerät in eine undurchsichtige, hochbrisante Affäre.
Das Besondere an diesem gut gemachten Detektivfilm ist der seltene Blick hinter eine Linie, die schwarz und weiß in den Vierzigern (und noch lange danach) trennte. (Auch Hollywoods Schwarze Serie beschäftige sich ja keineswegs mit den Afroamerikanern des Landes.) Hier funktionieren die Elemente des klassischen "film noir" mit Figuren, deren Geschichten immer im Dunkeln blieben. Erst am Ende entdeckt Easy (mit den Zuschauern), daß die große Politikaffäre von der unsichtbaren Trennung zwischen Schwarz und Weiß abhing.
Interessant sind Einblicke in das Milieu aus illegalen schwarzen Clubs, die beste Musik boten, die realistisch devote Haltung Easys gegenüber den allgegenwärtigen brutalen Rassisten sowie seine Sehnsucht nach Heim und Gemeinschaft.
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
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