The Statement

Kanada/ Großbritannien/ Frankreich 2003 (The Statement) Regie: Norman Jewison mit Michael Caine, Tilda Swinton, Jeremy Northam 120 Min. FSK ab 12

Es ist in Frankreich immer noch ein Politikum, nur langsam wird akzeptiert, dass nicht alle Mitglied der Résistance waren. Nach dem Roman "The Statement" von Brian Moore ("Black Robe") realisierten der engagierte Norman Jewison und sein renommierter Drehbuchautor Ronald Harwood ("Der Pianist") das Psychogramm einer ambivalenten Figur und Nation.

Ein unauffälliger alter Mann. Leicht gebückt unter der zeitlos unmodernen Kappe geht er zur Bar eines französischen Dorfes, um einen zu trinken und seine hier lagernde Post abzuholen. Bei der Rückfahrt durch die Hügel der Cote d'Azur wird er verfolgt, aufgelauert und erschießt den Angreifer. Trotz der zwischen Serpentinen und Abhängen aufgebauten Spannung überrascht der ohne Zögern erfolgte Schuss. Pierre Broussard (Michael Caine) weiß, was er tut, auch als er die Leiche beseitigt. Er als er schwitzend, keuchend, stöhnend zu einem Kloster eilt, niederkniet und innig betet, bei Geistlichen Hilfe sucht, wird seine Erschütterung und Panik fühlbar: Hier ist ein Mann seit Jahren auf der Flucht und wir werden ihn in dieser Extremsituation kennen lernen.

Der Vorspann einer Erschießung von französischen Juden durch Vichy-Polizei lässt schnell vermuten, dass Broussard ein willfähriger Gehilfe der Nazis war. Wer in allerdings immer wieder versteckt und wer im Namen einer jüdischen Organisation Killer auf ihn hetzt, bleibt zu entdecken. Die Hintergründe wollen auch die verhärmte, verbissene Untersuchungsrichterin Annemarie Levi (Tilda Swinton) und der relaxte Militär-Kommissar Oberst Roux (Jeremy Northam) aufdecken, die Broussard noch lebend festnehmen wollen.

Die eindrucksvoll besetzte, aufwändige Produktion "The Statement" des engagierten Regisseurs Norman Jewison funktioniert trotz aller Schauwerte nicht gänzlich. Die von Caine gespielte Figur des einfältigen, gläubigen alten Mannes Broussard changiert im Grau zwischen hilflos und hässlich. Das Vertuschen rechter Kreise der katholischen Kirche und die Skrupellosigkeit involvierter hochrangiger Politiker nimmt man erschreckt zur Kenntnis, ohne wirklich schockiert zu sein.


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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