Rauliens Revier
BRD 1994, Regie Alice Agneskircher, 85 Min.
Es ist wie ein Märchen: In anderen sozialen Schmelztiegeln knallen sich die Jugendlichen gegenseitig ab, während die Alten rechtsradikal wählen. In "Rauliens Revier" herrscht, besänftigt, schlichtet und hilft ein Polizist wie von einem anderen Stern. Hans Raulien thront mit seinem mächtigen Bauch in einem kleinen Büro oder schiebt ihn durch die Nachbarschaft. Wie einst der Pate ruft er Störenfriede zu sich. Er mahnt persönlich, das 30-Marks-Knöllchen doch zu zahlen. Die marokkanische Familie sorgt für Dauerstreit (im Laufe des Films). Und als Krönung im Bild dieses resoluten, absolut rechtschaffenen Schutzmannes verteilt er als Nikolaus Geschenke an die Kinder.
Kurz vor der Pension Rauliens erwischte die Studentin der Konrad Wolff Filmschule diese außergewöhnliche Erscheinung in einem Duisburger Vorort. Deshalb darf die Kamera angesichts der Versammlung einzigartiger Typen auch wackeln und Unschärfen zeigen. Ein dokumentarischer Glücksfall, ganz unbekümmert eingefangen.
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
| realisiert durch | Ein Service von |
Ein FILMtabs Artikel
Du liest zur Zeit eine Kritik auf filmtabs.de
- Publiziert von:
- Günter H. Jekubzik
- Oliver Schiffers
- Lars Tuncay
- Rubriken:
- Kritiken GHJ
- Kritiken LT
- Festivalberichte
Suche
in über 3000 Kritiken und Festivalberichten auf FILMtabsÜber
filmtabs
- Das erste Online Filmmagazin Deutschlands, seit 1996 - Über 3000 Artikel, Kritiken und Festivalberichte.
Es gibt 36 Artikel und 0 Kommentare.
