Die Ritterinnen
BRD 2002 (Die Ritterinnen) Regie Barbara Teufel mit Jana Straulino, Ulla Renneke, Katja Danowski 96 Min.

Als Solidaritätsausgleich zur grassierenden Ostaghie lassen "Die Ritterinnen" wunderschön darüber schmunzeln, was diesseits der Mauer abging. Die (wahre) Geschichte einer autonomen Frauen-WG in Berlin mit viel Power und etwas Melancholie.

Aus der schwäbischen Provinz kommend, landet die junge Bonnie direkt in einer Berliner Autonomen-WG. Sieben Frauen bewohnen eine Etage in der alten Fabrik namens Ritterhof. Die "Ritterinnen" warfen irgendwann alle Männer raus, einige meinen sogar, alle müssen Lesben werden. Andere verbringen aber noch manchmal gern die Nacht mit einem Mann. Doch die Power des politisch aktiven Berlins der Achtziger vereint und macht unheimlich Spaß. Der G8-Gipfel in Berlin bildet den Höhepunkt des Widerstands für die Kreuzberger Szene. Aber langsam bilden sich eigene Karrieren heraus und nach dem Mauerfall fällt auch die WG endgültig auseinander: Im Osten gibt es billigen Wohnraum für ein Leben als moderne Monade ...

In lebendigen Spielszenen, nachdenklichen Interviews mit den heutigen "Ritterinnen" und dokumentarischem Archivmaterial schafft es Barbara Teufel, eine persönliche und politische Geschichte sehr nahe zu bringen. Teufel erzählt mit eigener Stimme, trotzdem geraten "Die Ritterinnen" nicht zur eingeschränkten Nabelschau. Die Mischung schafft es, mit Spaß zu unterhalten und lässt eigene Lebenswege reflektieren. (Aachen, Atlantis im Eden 4)


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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