Die Rebellion
Regie Michael Haneke
Von Günter H. Jekubzik
Das Etikett 'Literaturverfilmung' ist in Deutschland hauptsächlich zur Filmförderungs-Förderung und als Verkaufsargument mißbraucht worden. Viel Neues gab es aus dieser Ecke im Fernsehen jedenfalls nicht zu sehen. Jetzt inszenierte ein Michael Haneke, der in "Der siebte Kontinent" und "Bennys Video" so wahnsinnig eindrucksvoll die Vergletscherung des Österreicher Gefühlslebens zeigte, "Die Rebellion" von Joseph Roth, der in seinen Texten erschreckend deutlich die innere Verfassung der Alpenrepublik zu Beginn des Jahrhunderts bloßlegte.Doch alle Hoffnungen auf eine besonders interessante Umsetzung der Geschichte vom zu spät rebellierenden Andreas Plum verflogen schnell. Es gab keine Rebellion gegen die Fernsehstandards der Literaturverfilmung, es wiederholte sich ein Festhalten am Text, ein mangelndes Vertrauen in die Bilder. Wobei dieses überkommenes Verständnis von Literatur im Film, das niemanden mehr vom Hocker reißt, sicherlich auf die Sendeanstalten und deren Redaktionen zurückzuführen ist. Denn Haneke - der eine handwerklich gute Arbeit lieferte, die von Kostüm und Kulisse rechtschaffen unterstützt wurde - kann mehr als nur eine textfixierte Bilderreihe liefern, die ähnlich von Wolfgang Staudte schon seit Jahrzehnten vorlag.
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
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