Oscar & Lucinda
USA 1997 (Oscar & Lucinda) Regie Gillian Armstrong, 132Min.
Einer dieser großen Momente des Kinos: Gleitend, jaschwebend bewegt sich eine Kapelle durch den Urwald. Welche Kraft -außer dem Film - kann solche Wunder vollbringen? Die Liebe oderder Glaube - bei Oscar und Lucinda ist es die nicht vermochteVerbindung beider.
Schon die enorme Entfernung zwischen den beiden eigenwilligenMenschen machte das Zusammenkommen schwer: Oscar (Ralph Fiennes)wurde an der englischen Küste streng religiös undlustfeindlich erzogen. Lucinda (Cate Blanchett) wuchs in einerabgelegenen australischen Farm auf, bevor sie leidenschaftlicheEignerin einer Glasfabrik wurde. Doch jeder für pflegte eineunstillbare Spielsucht, die beide irgendwann in der zweitenHälfte des 19. Jahrhunderts auch auf einem Schiffzusammenführt. Der innerlich zerrissene und vonSchuldgefühlen verfolgte Oscar versucht als Missionar inAustralien der Wettleidenschaft zu entfliehen. Doch der rothaarigeEigenbrötler fühlt sich ausgerechnet zu derunabhängigen Frau hingezogen, die ihr gutes Ansehen in Sydneybei nächtlichen Pokerrunden verspielte.
Eigentlich eine große Liebesgeschichte mit tragischenElementen, sehr schönen Bildern und Symbolen sowie vielennachdenklichen Themen. Doch zu lange braucht die Verfilmung desgleichnamigen Romans von Peter Carey um ihren stockenden Rhythmusabzulegen. Und nur selten stört sich der Film nicht selbst miteiner Erzählerstimme und vielen Zeitsprüngen.
So ist es nicht nur schade um die intensiven Figuren die RalphFiennes und Cate Blanchett schaffen. Auch die eindrucksvollen(Landschafts-) Aufnahmen und die anscheinend sorgfältigvorbereiteten Themen leiden. Allein die besondere ReligiositätOscar reizt zum Nachlesen des Originals: Schon früh führteer als Priester sehr pragmatische Zwiesprache mit Gott und erhieltprompte Antworten. Sein theologisches Studium finanzierte er mitPferdewetten, die Überschüsse wurden gespendet. Daßder Glaube eine große Wette sei, kann Oscar leichtphilosophisch belegen.
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- Günter H. Jekubzik
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