Das Mädchen mit der Puppe (ARD)
Von Günter H. Jekubzik
Menschen- und Mädchenhandel, Kinderpornographie und Mord - der Tatort ãDas Mädchen mit der Puppe" ging in Handlung, aber auch in Bild und Ton richtig ran. Das Buch vom bekannten Autoren Peter Märthesheimer und Bea Fröhlich verband den Mord an einem jungen Mädchen mit Milieustudien und ausgeprägten Charakteren. Udo Kier, der fiese Rheinländer unter den internationalen Filmschurken, war allein schon einen Tatort aus Düsseldorf wert. Sein sadistischer Rattenkönig Kurt bot eine typische, aber immer wieder erstaunliche Kier-Figur mit fast allen ihren Auswüchsen. Gegen diesen kalten Killer agierte der sanft wirkende Bruder der Toten. Raffiniert und mit den Fähigkeiten eines Geheimagenten spielte er den Mann im Hintergrund. Eine faszinierende Gestalt, vor allem neben dem braven Polizeiteam aus Martin Lüttge und der unglaublich naiv spielenden Roswitha Schreiner.
Markus Fischer inszenierte die pralle Story rauh und ruppig, brutal und erschreckend, vor allem im Wechsel immer wieder spannend. Eine durch viele wirkungsvolle Schatten auffällige Kameraarbeit vollendete zusammen mit der abwechslungsreichen, passenden Musik den rundum gelungenen Krimi.
Eine Kritik von Günter H. Jekubzik
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