Jenseits der Wolken
BRD/Fr./I 1995 Regie Michelangelo Antonioni, Wim Wenders, 113 Min.
Ein greiser, weiser Regisseur reist in Gedanken durch Europa, erlebt Orte, erinnert Geschichten, kleine Fragmente, die sich alle um die fragile Berührung zwischen Mann und Frau drehen. Als Verkörperung des über Bilder und Worte sinnierenden Wim Wenders begeht John Malkovitch mit seinen Augen ein nebliges Ferrara, ein herbstliches Portofina und ein nasses Aix-en-Provence. Die Episoden nach Antonionis Erzählband "Bowling am Tiber" drehen sich da wesentlich bodenständiger immer um das Eine, variieren es aber mit reizvollen, unerhörten Gegebenheiten - kleine, exquisit gestaltete Filmnovellen.Nicht nur der 80-jährige Antonioni, auch die weitere Crew hinter den Kameras bürgt für besten Film. Die Bekleidung der Schauspieler und -innen ist ebenso ausgewählt wie ihre Träger. Göttinnen mehrerer Generationen wie Jeanne Moreau, Fanny Ardant, Sophie Marceau und Irène Jacob lassen die Herren (u.a. Mastroianni, Jean "Leon" Reno, "Robocop" Peter Weller) verblassen. Doch wenn die Schönen sich einmal ausgezogen haben - und das tun alle jüngeren - bleiben sie wartend zurück. Die Rache eines alten Mannes?
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
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