Hitch - Der Date Doktor

USA 2005 (Hitch) Regie: Andy Tennant mit Will Smith, Eva Mendes, Kevin James 118 Min.

Die romantisch-verlogene Variante des Jude Law-Films "Alfie" zeigt diesmal Will Smith als Meister des Flirts und der Anmache. Sein Hitch ist ein sehr aktiver und raffinierter Partnerschafts-Vermittler, der mit der eigenen Liebe Probleme bekommt.

Erfolgreich, gut aussehend, relaxt und cool: Hitch ist Prince Charming und König der Anmacher. Er erklärt Männern, wie sie mit ihrer Angebeteten Kontakt aufnehmen und sie für sich gewinnen können. Und hilft notfalls etwas nach, indem er den Pudel der Traumfrau entführt und den Verehrer als Retter des Hundes erscheinen lässt. Sein aktueller Kunde, der
pummelige Tollpatsch Albert Brennaman (Kevin James), will mit dem berühmten Modell Allegra Cole (Amber Valletta) zusammen kommen. Ein unmöglicher Traum, doch Hitch fühlt sich herausgefordert: Er sieht sich als der Michelangelo des Verführens und Albert soll seine Sixtinische Kapelle werden!

Gleichzeitig und hauptsächlich nähert sich der tief im Herzen verletzte (Rückblende!) Hitch noch kunstvoller an die kühle Über-Zynikerin Sara Melas (Eva Mendes) an, eine Klatsch-Kolumnistin und Karrierefrau, die auf ganz hart macht. Die sehr einfallsreiche, fantasievolle Werbung für sich selbst, gewürzt mit einem reizenden New York-Touch, geht regelmäßig schief, aber zeigt trotzdem Erfolg. Bis (Wendepunkt!) Sara vom wahren Treiben des "Beraters" Hitch erfährt und sich in ihrer Kolumne rächt. Am Boden zerstört, erkennt Hitch den Wert der wahren Liebe (Läuterung!). Die letzte viertel Stunde hämmert nur noch die einfache Filmmoral "Bleib du selbst" aus allen Kanälen in die Köpfe.

Die wirklich so schematische Anmachschule verbreitet nette Weisheiten in einem typischen schillernden Hollywood-Outfit. Beispiel? "Das Leben ist nicht die Summe der Atemzüge, es ist die Zahl der Momente, die dir den Atem rauben!" Will man dafür Eintritt zahlen? Durchgehend gibt die Synchro-Stimme von Will Smith im weisen Off-Kommentar simplen Banalitäten ab. Und so ist der Film in der eigentlichen Nebenhandlung sogar ein wenig interessanter: Kevin James sorgt mit seinen Kurzauftritten am Rand für Slapstick, lässt herzlich über seine Tanzeinlage lachen.

Prince of Bel-Air trifft da auf den "King of Queens". Wobei der TV-Paketausträger erstmals eine große Nebenrolle bestreitet - mit Erfolg. Um ihn gibt es einige sehr komische Situationen, die Kombination von absolutem Flirt-Stümper und Alleskönner Hitch zündet zeitweise. Dann doch noch eine Kussprobe zwischen den Männern auf offener Straße und der Film verabschiedet sich auch in diesem Strang zu abgedroschenen Standards. Will Smith sollte bei seinem nächsten romantischen Versuch auf ein gutes Drehbuch warten.


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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