Hero

Hongkong, China 2002 (Ying xiong) Regie: Zhang Yimou 99 Min. FSK: ab 12

Die Sache mit dem Kaiser Chin, der vor 2200 Jahren China gründete, ist nicht einfach und ähnelt dem Machtdilemma Karl des Großen: Chin einigte ein riesiges Reich - dabei gab es leider einige Schlachtereien und Massaker. Doch im Nachhinein hat es sich dann doch gelohnt, Blut für Einheit ...

In "Hero" tritt ein Held vor diesen Kaiser, um zu melden, dass er die drei gefährlichsten Attentäter umgebracht hat. Diese Tat erlaubt ihm, dem umstrittenen Herrscher, der mit brutalen Kriegen sieben Reiche zu einen sucht, bis auf zehn Schritte nahe zu kommen - eine ideale Distanz für einen Attentäter ...

In einer verschachtelten Erzählung mit doppelt doppeltem Boden zeigt Meisterregisseur Zhang Yimou staatstragend, wie China gegründet wurde. Das kann im Geiste des aktuellen Regimes eigentlich nicht gut gehen, sieht aber erst einmal durch die Kamera von Christopher Doyle atemberaubend gut aus: Wenn eine Kaligraphie-Schule unter schrecklichem Pfeil-Hagel verblutet; wenn beim fliegenden Schwertkampf über einem See ein Wassertropfen zum Spielball der Klingen wird; wenn beim Wirbel der eifersüchtigen Frauen die Natur ihre schönsten Farben hergibt, um den rasenden Gefühlen noch mehr Expression zu verleihen. Überhaupt fliegen: Dass Newton und all seine Gesetze vom Drehort ausgeschlossen werden, ist Grundlage all dieser abgehobenen asiatischen Kampf-Kunstfilme. Jetzt geht es wie in "Tiger & Dragon" im Sauseschritt und in schwebenden Siebenmeilen-Sandalen über einen Herbstwald. Nicht ganz so poetisch wie bei Ang Lee, dafür gewaltiger digitaler für 30 Mio. Dollar. Auch in anderen Szenen kopiert Yimou - oft sich selbst, manchmal "Matrix". Das muss nicht schlimm sein, ist vielleicht in asiatischen Kulturen gar nicht mal verrufen, doch originell wie frühere Meisterwerke des Regisseurs ist es nicht mehr.

In "Hero" lieferte der vielfach ausgezeichnete Yimou eine gewaltiges Spektakel aus Farbenpracht, Massenszenen, Landschaftspanoramen, tragischen Helden und einigen bekannten Stoffen. Wie aus dem Tyrann dann doch noch ein guter Herrscher wird, ist Dialektik oder ärgerliches Ende - je nach Standpunkt. Auf jeden Fall bietet "Hero" eine Menge Film und Diskussionsstoff.


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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