Gewagtes Spiel
USA 1992 (Consenting adults) Regie: Alan J. Pakula
Wie dumm muß eine Filmfigur sein, um schließlich mit Lebenslänglich bestraft zu werden? Reicht es, wenn Richard Parker (Kevin Kline) beim neuen Nachbarn Eddy (Kevin Spacy) das extrem unsympathische Gesicht übersieht? Soll er sich außerdem zu einer Freundschaft, komplett mit Ehefrauen, verführen lassen? Oder muß Richard auch noch auf das nicht gerade originelle Angebot zum heimlichen - nachts wenn die Frauen schlafen - Partnertausch eingehen, um nach langen, unentschlossenen Filmminuten endlich als brutaler Mörder dazustehen? Nein, das reicht noch nicht. Als das wahre Opfer Richard tapst Kevin Kline mit erstauntem Gesicht durch weitere unglaubwürdige, unlogische Situationen, über die jedes Kind lacht, das nur einen Krimi gesehen hat. Doch auch Richards Frau verhält sich sehr seltsam: Nach vierzehn Jahren Ehe traut sie dem allzu bekannten Gatten von einem Tag auf den anderen alles zu und hält sich lieber an das unsympathische Gesicht (siehe oben).
"Gewagtes Spiel" von Alan J. Pakula, der immerhin gute Thriller wie "Die Unbestechlichen" (All the presidents men) oder "Aus Mangel an Beweisen" inszenierte, hat als langweiliger Hollywoodfilm einige surrealistischen Unterströmungen: Wieso reden alle über und handeln für eine Tochter, die dauernd abwesend ist? Wohin verschwindet der hilfreiche Detektiv (Forest Whitaker, die Geisel aus "The crying game"), der selbst stark an der Aufklärung aller Rätsel interessiert sein müßte? Weshalb fahren die Darsteller so furchtbar ungeschickt Fahrrad und spielen so wenig überzeugend? Ein schwacher Film mit vielen Fragezeichen, bei dem am Ende das Publikum gestraft ist und die dumme Filmfigur ungestraft davon kommt.
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
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