Berlinale Eröffnung

Von Günter H. Jekubzik

Die Bären-Jagd in Berlin beginnt heute Abend. Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnet dann die 51.Berlinale (7.-17. Febr.) mit der Konkurrenz um Goldene und Silberne Bären als Aushängeschild. Allein im Wettbewerb laufen 16 Weltpremieren, die circa 500 weiteren Filme in den anderen Sektionen und auf dem Markt machen die Berlinale zu einem der großen Filmfestivals Europas.

 

Zur Eröffnung läuft - außer Konkurrenz - das Stalingrad-Epos "Duell - Enemy at the Gates" vom Franzosen Jean-Jacques Annaud ("Der Name der Rose", "Der Bär"). "Duell" firmiert ohne auf der Leinwand sichtbaren Grund als deutsche Koproduktion und eine der wichtigsten Qualitäten dieses Film - das lässt sich schon im Vorfeld sagen - sind die Produktionsgelder, die bei den aufwendigen Dreharbeiten in Berlin selbst verpulvert wurden. Aber derartige Eigenwerbung ist internationaler Brauch, auch Cannes eröffnet gerne mit nationalen Schwergewichten.

 

Viele europäische Produktionen, fünf Filme aus Asien, darunter auch eine Boris Vian-Adaption, und nur eine Handvoll US-Amerikaner sind im Jahr 2001 dabei. Der Film zur Jahreszahl darf selbstverständlich nicht fehlen: Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" wird in einer restaurierten 70mm-Version der Abschlussfilm sein und wenige Tage später in deutschen Kinos starten.

 

Ob Johnny Depp oder Anthony Hopkins, ob Juliette Binoche oder Emma Thompson persönlich in Berlin auflaufen werden, ist wie immer offen. DAS Ereignis wird wohl die lang erwartete Fortsetzung von "Das Schweigen der Lämmer" sein. Als "Hannibal" ist Anthony Hopkins dabei, an Julianne Moore in der Rolle von Jodie Foster wird man sich gewöhnen müssen. Doch inwieweit sich die Produktion um Alien-Regisseur Ridley Scott traut, die atemberaubenden Elemente des Roman bis zum völlig unfassbaren Finale umzusetzen, wird das Festival in Spannung versetzen.

 

Der scheidende Festivaldirektor Moritz de Hadeln macht seinen unfreiwilligen Abgang selbst zum Thema. Die Höhepunkte seiner 22 Jahren als Festivalleiter werden in einer eigenen Reihe gezeigt. Dabei richtete sich die Kritik immer wieder gegen die mittelmäßige Füllmasse, mit der de Hadeln sein Programm schwer erträglich gestaltete. Die 51.Berlinale wird seine letzte sein, bevor Dieter Kosslick - noch Geschäftsführer der Filmstiftung NRW - übernimmt.

 


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

realisiert durch
Ein Service von