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Das Dschungelbuch

Erstaufführung, USA 1994, R: Stephen Sommers, ca. 101 Min.

Schön war das alte "Dschungelbuch" Disneys auch, weil es aufhörte, bevor die Liebesgeschichte anfing. Das neue "Dschungelbuch" zeigt - obwohl Real- und kein Zeichentrick-Film wie der Klassiker - ein paar Ähnlichkeiten in den Figuren King Louis oder dem Panther Baghira. Neben einer unabwendbaren Love-Story bringt die Verarbeitung von Rudyard Kiplings Roman jedoch eine Menge Affen- und Tierzirkus, viele Tarzan-Abenteuer und den "Greystoke"-Konflikt des guten Wilden mit den grausamen Zivilisierten - kurz ein nettes Dschungelmärchen. Der Weg des "Wolfsjungen" Mowgli (Jason Scott Lee) zurück zu den Menschen, besser gesagt zu den britischen Kolonialisten, ist im Bild üppig mit Natur-Grün und asiatischen Tempeln angefüllt. Der Blick stolpert jedoch bei genauerem Hinsehen über die Künstlichkeit von digitalen Bild-Basteleien und der in sich widersprüchlichen Anklage gegen die Ausbeutung der Natur. Die Kinder werden diese märchen-typischen Verkürzungen weniger stören als die vielleicht zu grausigen Skelette und die erschreckende Schlangen-Animation. Nur originell sind die Auftritte von Sam Neill als kommandierender Offizier und John Cleese als freundlicher Onkel Doktor.


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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