Dämonisch

USA 2002 (Frailty) Regie: Bill Paxton Drehbuch: Brent Hanley Mit: Bill Paxton, Matthew McConaughey, Powers Boothe 99 Min. FSK ab 16

Schaudern bleibt angesagt im Kino. Wenn nach dem exzellenten Film ein beklemmendes Gefühl bleibt, dann muss "Dämonisch" etwas Besonderes sein. Und nicht nur weil Schauspieler Bill Paxton auch die Regie übernahm!

Bei Regie führenden Schauspielern erwartet man immer etwas mehr - geben sie doch den Filmen ein Gesicht, das man leichtfertig mit der Intention verwechselt. Bill Paxton ist nun dran, ein nicht unbedingt charismatischer Darsteller, aber einer, der ernsthaft auftritt - so wie sein Rollentyp in "Twister", "Ein einfacher Plan" und "U-571". Auch seine Regiearbeit "Dämonisch" beginnt so: Als allein erziehender Familienvater macht Meiks (Paxton) seinen bodenständigen Job irgendwo in der amerikanischen Provinz gut. Bis er nach eigener Aussage zu "God's Hand" berufen und zum Serienmörder wird. Das Drama gewinnt enorm an Spannung als auch seine beiden Söhne - Fenton und sein jüngerer Bruder Adam - in den religiösen Wahnsinn eingespannt werden. Nun wartet Meiks auf eine neue Liste von so genannten Dämonen, die er bei nächtlichen Ausflügen grausam ermordet. Die Gerätschaften dazu hat Gott vorher mit einem Sonnenstrahl heraus geleuchtet. Die Söhne sollen dabei sein, auch sie seien von Gott berufen. Doch Fenton weigert sich, sieht den Wahnsinn und zeigt ihn beim Dorfsheriff an. Im selbst gebastelten Kerker findet darauf eine Umerziehung zum wahren Glauben statt ...

Die unglaubliche, aber atemberaubend genau gezeichnete Geschichte von "Dämonisch" wirkt an sich schon sehr irritierend, weil immer offen bleibt, ob Meiks völlig wahnsinnig mordet oder tatsächlich einer höheren Sendung folgt - so unzeitgemäß dies auch scheint. Die Rahmenhandlung mit dem erwachsenen Fenton Ý(Matthew McConaughey) jedoch stellt am Ende das alles noch einmal auf den Kopf. So lässt sich "Dämonisch" trotz blutiger Szenen nicht in die eher geistlose Serienmörder-Reihe einordnen. Eher sollte man ihn mit einer Verfilmung der Jeanne d'Arc-Geschichte zusammen zeigen. Falls der Wahnsinn denn tatsächlich Methode hat, muss man demnächst Bill Paxton zu seiner Religiosität befragen.


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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