The Birdcage - Ein Paradies für schrille Vögel
USA 1995 (The Birdcage) Regie Mike Nichols, 100 Min.
Vor amerikanischen Remake französischer Filme sollte man schreiend weglaufen. Wenn mann dies in Frauenfummeln und mit kreischender Stimme macht, ist man dem Humor von "The Birdcage" schon recht nahe gekommen.
"We are Family" singen die "Mädels" auf der Bühne des Travestie-Schuppens Birdcage. Auch Armand (Robin Williams) dem Chef des Ladens steht ein Familienfest bevor, denn sein abnormer, weil heterosexueller Sohn will eine Frau heiraten. Den stock-konservativen Schwiegereltern soll eine heile Familie vorgeführt werden. Dazu muß der schwule und hysterische Lebenspartner Armands wegkomplimentiert und eine Leihmutter (es ist die natürliche) rangeschafft werden.
Das Spiel mit doppelt verdrehten Rollen gab es schon auf französischen Boulevardbühnen, als Kino-Kassenknüller "Ein Käfig voller Narren" und als Musical. Die ab Mitte des Films rasant gelungene Komödie schrammt immer ganz knapp an Peinlichkeiten und an Rührseelerei vorbei. Denn alle müssen lernen, Papa als Schwulen anzuerkennen und ihn nicht als griechischen Kulturbotschafter ausgeben zu wollen. Der renommierte Broadway- und Filmregisseur Nichols ("Die Reifeprüfung", "Die Waffen der Frauen", "Wolf") inszenierte Robin Williams nicht als überdrehte Schwuchtel. Dafür gibt der an harte Rollen gewohnte Gene Hackman als radikaler Konservativer die komischste Rolle.
Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik
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