Babij Jar - Das vergessene Verbrechen

BRD/Rußland 2002 Regie Jeff Kanew mit Michael Degen, Barbara de Rossi, Katrin Saß 108 Min.

Am besten erzählt man bei dem historischen Film "Babij Jar" nur von den Hintergründen, dem Engagement des Produzenten Artur Brauner, dem Verdienst, eine grauvolle Nazi-Tat anzuklagen und dem Kampf gegen finanzielle Engpässe. Den Film an sich lässt man lieber beiseite, seine Mängel sind kaum erträglich, die Ausführung der guten Absicht meist erbärmlich ...

Im September 1941 ermordeten Nationalsozialisten 33.731 ukrainische Juden in der Schlucht Babij Jar bei Kiew. Die Zahl ist so exakt überliefert, weil die Nazis nicht nur grausam perfekt mordeten, sie konnten dabei auch noch nüchtern mitzählen! Bevor Brauner das Grauen, bei dem viele seiner Familienmitglieder starben, am Ende auf schwer erträgliche Weise zeigt, quält er den Film durch eine schleppende Entwicklung voller Thesen und inszenatorischer Unzulänglichkeiten (bei eigentlich guter Besetzung). Dazu kommt eine ganz schwache Nachsynchronisation des internationalen Ensembles. Starken Szenen wie die des jungen Stephan, der in einem See ermordeter Juden schwimmt, sind in der Gesamtwirkung so chancenlos.

Wie löblich es auch ist, mit bescheidenen Mitteln (d.h. ohne Fördergelder) eine notwendige Geschichte zu erzählen und die dann auch noch im eigenen Verleih zu vertreiben - den sehr schwachen "Babij Jar" muss man sich wirklich nicht antun.


Eine Kritik von Günter H. Jekubzik

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