Aus der Mitte entspringt ein Fluß

USA 1992 (A River Runs Through It) R: Robert Redford, 123 Min.

"Aus der Mitte entspringt ein Fluß" beginnt 1910 und ist ein Film über das "Früher", das irgendwie immer schöner, besser als das Heute war. Die alte Stimme aus dem Off erzählt ruhig die Geschichte der Brüder Paul und Norman. Ihr Vater, ein presbyterianischer Priester, lehrt, daß Angeln ein Form von Gottesdienst ist und Paul, der wie ein kleiner Redford grinst, bleibt dem Fliegenfischen ein Leben lang treu. Norman, der ältere, verläßt den Fluß, die Heimat für ein Studium in der Stadt. Die Lebenswege trennen sich, um dann für eine entscheidende Phase wieder zusammenzufließen.

Nach dem autobiographischen Roman "A River Runs Through It" von Norman Maclean zeichnet Robert Redford, selbst ein begeisterter Fliegenfischer, einen schönen Lebensfluß, mal stürmisch, meist breit treibend. Der Film handelt vom Fischen als Beispiel für ein richtiges, ein erfülltes Leben. Doch das Fliegenfischen verkommt nicht - wie bei Baseball-Streifen oder ähnlichem - zur hohlen Metapher. Die Hingabe Pauls, die Schönheit seiner persönlichen Kunst und die Erfüllung werden spürbar. Auch die seltenen Zeitlupenaufnahmen bleiben dem Kitsch fern.Norman, Paul, der Vater sind Gestalten, die einem in unspektakulärer Handlung langsam näher kommen. Aber dann, am Ende traf mich - wieder ohne ein besonderes Ereignis - ganz nebenbei eine leichte Rührung. Wer in diesem introvertierten Film, der von der Welt außerhalb seiner Handlung nichts hereinläßt, einen Haken sucht, wird am Ende der Angelleine viele finden. Dabei ist er in sich stimmig. Ein guter Film, da er das Ziel Robert Redfords hervorragend umsetzte.


Eine Kritik vonGünter H.Jekubzik

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