{"id":939,"date":"2009-03-10T14:30:15","date_gmt":"2009-03-10T13:30:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2009\/03\/10\/the-fall\/"},"modified":"2009-03-10T14:30:15","modified_gmt":"2009-03-10T13:30:15","slug":"the-fall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2009\/03\/10\/the-fall\/","title":{"rendered":"The Fall"},"content":{"rendered":"<p>  <title>The Fall<\/title>   <font FACE=\"Geneva, Verdana, Helvetica, Arial\"><br \/> Indien, Gro&szlig;britannien, USA 2006 (The Fall) Regie: Tarsem Singh mit Catinca Untaru, Justine Waddell, Lee Pace, Kim Uylenbroek 116 Min. FSK ab 12<\/p>\n<p> Es gibt bebilderte Geschichten und es gibt richtiges Kino. &#8222;The Fall&#8220; ist grandioses, &uuml;ppiges, &uuml;berw&auml;ltigendes Kino, das entf&uuml;hrt, erhebt und begl&uuml;ckt. In Bildwelten, die Regisseur Tarsem Singh &uuml;ber viele Jahre sammelte, entspinnt sich eine beziehungsreiche Geschichte, ein bet&ouml;rend sch&ouml;ner, stiller Kampf um Leben und Tod&#8230;<\/p>\n<p> Im Los Angeles der 1920er-Jahre bl&uuml;hen Orangen und Filmindustrie um die Wette. Das kleine rum&auml;nische M&auml;dchen Alexandria brach sich bei der Ernte den Arm und entdeckt im Krankenhaus nun den Stuntman Roy Walker, der nach einem Sturz querschnittsgel&auml;hmt ans Bett gefesselt ist. Die beiden verstehen sich in Roys Geschichten &#8211; aus ihrem Namen erhebt sich der Gro&szlig;e Alexander und k&auml;mpft sich mit einer Handvoll M&auml;nner ohne einen Tropfen Wasser durch eine riesige W&uuml;ste. Aus der Kiste voller Erinnerungsst&uuml;cke, die Alexandria immer mit sich herumtr&auml;gt, macht sich der Elefant auf, f&uuml;nf tapfere Helden von der Schmetterlingsinsel zu retten. Den Piraten und seine Freunde eint der Hass auf den grausamen Gouverneur, der sie alle zutiefst verletzt hat und den sie nun gemeinsam jagen werden.<\/p>\n<p> Allein die Sch&ouml;nheit eines schwimmenden Elefanten, atemberaubender W&uuml;sten-, Berg- und Stadt-Landschaften w&uuml;rden f&uuml;r einen grandiosen Film reichen. Viele Jahre war Tarsem Singh f&uuml;r seine fantastische Weltreise unterwegs, in Bali, auf der chinesischen Mauer, am Taj Mahal. Manchmal dauern die Aufnahmen nur Sekunden, aber welch einen Bildrausch ergeben all diese erlesenen Sekunden. Es gab wohl kaum ein Werk in der Filmgeschichte, das derart durchgehend eindrucksvolle und einzigartig komponierte Aufnahmen zeigt. Es gab &#8222;The Cell&#8220; vom gleichen Autor mit &auml;hnlichen Aufnahmen, aber auch mit Jennifer Lopez und einer seltsamen Psycho-M&ouml;rderhandlung.<\/p>\n<p> Nun baut Tarsem Singh mit diesen Bildern beeindruckend, aber auch subtil eine vielschichtige Fabel auf. Denn mit den Geschichten, die Roy jeden Tag fortf&uuml;hrt, pervertiert er das Erz&auml;hlen zum (&Uuml;ber-) Leben von Scheherazade aus &#8222;1001 Nacht&#8220;. Roy erz&auml;hlt, damit Alexandria ihm den Tod bringen soll. Zu schwer ist der Verlust seiner Liebe an einen eitlen Schauspieler und die Folge des verungl&uuml;ckten Stunts f&uuml;r die Geliebte. Doch auch die kleine Alexandria spinnt in und an den Geschichten aus einer dunklen Seelennacht mit, sie braucht den gro&szlig;en Reiter und Ritter, den Freund, um ihre &Auml;ngste und traumatischen Erinnerungen zu &uuml;berwinden.<\/p>\n<p> Da Tarsem Singh diese Geschichte erz&auml;hlt, die &auml;hnlich auch von Terry Gilliam h&auml;tte sein k&ouml;nnen, ist die psychologische Grundstruktur mit surrealen Seelen- und Weltlandschaften verwoben, rollen die Apfelsinen immer wieder durch die Handlung, wie auch Pferde und alle anderen Motive aus der Schatzkiste des Kindes nie verloren gehen. Unbeschreiblich bleibt dabei die Fantasie des Film-Erz&auml;hlers, wenn etwa ein Magier aus einem Baum w&auml;chst, eine giftige Karte verschluckt, die ihm darauf auf den Leib gezeichnet erscheint, w&auml;hrend ein Chor wie in &#8222;Baraka&#8220; ein Bestattungsritual auff&uuml;hrt. Diese Momente sind zahllos, wie die Landschaften mit ihrer fantastischen Tiefe. Die fantastischen Figuren hingegen wirken manchmal etwas zu flach, was zwar der Komik dient, aber die emotionale Verbundenheit st&ouml;rt. In der Binnengeschichte, wohlgemerkt. Dem Wunsch des kleinen M&auml;dchens hingegen kann man sich nicht entziehen: Du darfst nicht aufh&ouml;ren zu erz&auml;hlen, du darfst mich nicht allein lassen.<\/p>\n<p> &#8222;The Fall&#8220; ist ein Remake des bulgarischen Films &#8222;Yo Ho Ho&#8220; von Zako Heskija aus dem Jahre 1981, allerdings auch ganz und gar ein Tarsem Singh. Erw&auml;hnenswert dabei noch, dass der Regisseur eine besonders dramatische Operationsszene durch die Puppen der deutschen Br&uuml;der Lauenstein spielen l&auml;sst, die f&uuml;r &#8222;Balance&#8220; einen Oscar erhielt. <\/p>\n<p> <\/font>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Fall Indien, Gro&szlig;britannien, USA 2006 (The Fall) Regie: Tarsem Singh mit Catinca Untaru, Justine Waddell, Lee Pace, Kim Uylenbroek 116 Min. FSK ab 12 Es gibt bebilderte Geschichten und es gibt richtiges Kino. &#8222;The Fall&#8220; ist grandioses, &uuml;ppiges, &uuml;berw&auml;ltigendes Kino, das entf&uuml;hrt, erhebt und begl&uuml;ckt. 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