{"id":86,"date":"2006-03-27T23:32:47","date_gmt":"2006-03-27T22:32:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2006\/03\/27\/bye-bye-berlusconi\/"},"modified":"2006-03-27T23:32:47","modified_gmt":"2006-03-27T22:32:47","slug":"bye-bye-berlusconi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2006\/03\/27\/bye-bye-berlusconi\/","title":{"rendered":"Bye bye, Berlusconi"},"content":{"rendered":"<p> BRD 2005 (Buonanotte Topolino) Regie: Jan Henrik Stahlberg mit Maurizio Antonini, Lucia Chiarla, Jan Henrik Stahlberg, Pietro Bontempo 89 Min. FSK: ab 12   Ein Politikum! Oder ein Werbegag? Da wurde der Start des Films &#8220;Bye bye, Berlusconi&#8221; verschoben, damit er in Italien direkt vor den Wahlen gezeigt werden kann. Da schwirren im Internet Filmchen mit einem popelnden Berlusconi herum, der auch noch ans Brandenburger Tor pinkelt. Es ist allerdings nicht der echte Ministerpr\u00c3\u00a4sident Italiens, nur das Double aus dem Film, das sich zur Berlinale laut Aufmerksamkeit heischend in Berlin herumtrieb. Einem unversch\u00c3\u00a4mt kriminellen Politiker den Prozess machen, eine sch\u00c3\u00b6ne Idee. Aber leider reitet das Politfilmchen zu lange auf derselben rum.   Gerade hat die linke Gang den italienischen Ministerpr\u00c3\u00a4sidenten Berlusconi entf\u00c3\u00bchrt, die Flucht gelingt trotz der Polizeisperren. Da wird der Dreh gestoppt. Der Politiker verbittet sich und verbietet den Film \u00c3\u00bcber seine Person. So sitzt die vorher so engagierte Crew mit dem verbl\u00c3\u00bcffend \u00c3\u00a4hnlichen Berlusconi-Double frustriert im Hotel und wei\u00c3\u0178 nicht, wie es weitergehen soll. Bis der Sohn des Drehbuchautors den Produzenten mit einem Entenhausen-Comic auf eine Idee bringt: Wenn man den Film als Fabel, eng an Dagobert Duck und die Panzerknacker angelehnt, inszeniert, kann h\u00c3\u00b6chstens Disney klagen, nicht aber Berlusconi!   So wird der allm\u00c3\u00a4chtige Melonenh\u00c3\u00a4ndler, der auch die Melonensender mit den Tutti Frutti-Shows sein eigen nennt, von Panzerknackern &#8211; dem Namen nach &#8211; entf\u00c3\u00bchrt. Da niemand auf die Forderungen der politischen Aktivisten eingeht und auch der korrupte Politiker keine seiner offensichtlichen Bestechungen gesteht, bringt man ihm \u00c3\u00bcbers Internet vors Volksgericht &#8211; komplett mit Online-Voting zu den einzelnen Anklagepunkten.   Wie die Geiselnehmer im &#8220;Film im Film&#8221; muss auch das Filmteam vor juristischer Schikane und mysteri\u00c3\u00b6sen Anschl\u00c3\u00a4gen von Genua immer weiter in die Berge fliehen. Trotz Unterst\u00c3\u00bctzung der Bev\u00c3\u00b6lkerung steht das Projekt bald wortw\u00c3\u00b6rtlich vor dem Abgrund.   Autor und Schauspieler Jan Henrik Stahlberg (&#8220;Muxm\u00c3\u00a4uschenstill&#8221;) gelingt es in seiner eigenen Regie nicht, die durchaus raffinierte Grundidee und das Pfund eines verbl\u00c3\u00bcffenden Berlusconi-Imitators \u00c3\u00bcber die L\u00c3\u00a4nge eines Spielfilms zu retten. Der &#8220;wahre Berlusconi&#8221; ist wahrlich genial, ein gefundenes Fressen f\u00c3\u00bcr die breite Opposition. Er singt ebenso ber\u00c3\u00bcchtigt schlecht wie der echte Medienmogul und vertreibt das Gejaule noch als Handy-Klingelton. Doch beim Ausma\u00c3\u0178 der inneren Farce ist der ziemlich realit\u00c3\u00a4tsnahe Ernst der verhinderten politischen Stellungnahme nicht wirklich ernst zu nehmen. Dem vielleicht begr\u00c3\u00bcndeten, vielleicht psychotischen Verfolgungswahn von Lucia, der Daisy Dick-Darstellerin, sitzt man nur befremdet gegen\u00c3\u00bcber. Vielleicht hilft es Italien trotzdem.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BRD 2005 (Buonanotte Topolino) Regie: Jan Henrik Stahlberg mit Maurizio Antonini, Lucia Chiarla, Jan Henrik Stahlberg, Pietro Bontempo 89 Min. FSK: ab 12 Ein Politikum! Oder ein Werbegag? Da wurde der Start des Films &#8220;Bye bye, Berlusconi&#8221; verschoben, damit er in Italien direkt vor den Wahlen gezeigt werden kann. 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