{"id":838,"date":"2008-10-21T19:45:10","date_gmt":"2008-10-21T18:45:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2008\/10\/21\/tage-und-wolken\/"},"modified":"2008-10-21T19:45:10","modified_gmt":"2008-10-21T18:45:10","slug":"tage-und-wolken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2008\/10\/21\/tage-und-wolken\/","title":{"rendered":"Tage und Wolken"},"content":{"rendered":"<p>  <title>Tage und Wolken<\/title>   <font FACE=\"Geneva, Verdana, Helvetica, Arial\"><br \/> Italien\/Schweiz, 2007 (Giorni E Nuvole) Regie: Silvio Soldini mit Margherita Buy, Antonio Albanese 115 Min.<\/p>\n<p> Welch ein Themen-Timing! F&uuml;r alle, die sorgenvoll an nun &#8222;arme&#8220; Banker denken, die Wohnungen und Boote verkaufen m&uuml;ssen. Tats&auml;chlich ist Armut eigentlich etwas anderes, doch wie Silvio Soldini (&#8222;Brot und Tulpen&#8220;) das Schicksal gut situierter B&uuml;rger schildert, die pl&ouml;tzlich ihre Haushaltshilfe entlassen m&uuml;ssen, ist wenigstens gut und glaubw&uuml;rdig gespielt.<\/p>\n<p> Elsa (Margherita Buy) referiert sch&ouml;n und kultiviert ihre Thesen &uuml;ber ein Fresko in Genua, das sie in ihrer reichen Freizeit restauriert. Sie besteht &#8222;cum laude&#8220;, das Geschenk ihres Mannes Michele (Antonio Albanese) ist ebenso perfekt wie die Party zur bestandenen Pr&uuml;fung. Mit dem Kater am Morgen danach kommt allerdings auch die Ern&uuml;chterung: Michele wurde vor zwei Monaten aus der Firma gemobbt, das Ehepaar ist &uuml;berschuldet, kann sich seinen gehobenen Lebensstandard nicht mehr leisten. Es ist schon tragisch, wie er alles f&uuml;r sie gibt, wie er sie f&uuml;r ihr Examen schont und doch eigentlich auch die Probleme mit ihr h&auml;tte teilen sollen.<\/p>\n<p> Angesichts der &#8222;neuen Armut&#8220; gibt es ein paar laute Worte, ein paar Tr&auml;nen. Und vor allem die Scham, die sie weiter gro&szlig; Essen bezahlen l&auml;sst, obwohl im Portemonnaie l&auml;ngst nichts mehr ist. Elsa nimmt nun einen Job im Call-Center an, beide ziehen in eine Mietwohnung. Michele bem&uuml;ht sich, doch kommt mit dem neuen Leben weniger gut zurecht. Doch irgendwie ist des Zuschauers Mitleid beschr&auml;nkt, wenn Elsa und Michele vom eigenen Pal&auml;stchen in eine laute Mitwohnung umziehen m&uuml;ssen.<\/p>\n<p> Die Handkamera, die den &#8222;entsetzten&#8220; Menschen ganz eng auf die Haut r&uuml;ckt, hat dieses Sozial-Drama von den Br&uuml;dern Dardenne geerbt. Doch im Arbeiterviertel von L&uuml;ttich war es wirklich ein Drama, hier ist es eher eine Unp&auml;sslichkeit im Verlauf des Lebens. Der brutale soziale Abstieg hat auch seine leuchtenden Momente, wie auch Soldinis &#8222;Brot und Tulpen&#8220; seine Momente hatte, etwa wenn zwei ehemalige Angestellte Micheles aus Dankbarkeit treu und hilfsbereit sind. Und dann ist nett, wenn der &#8222;Dottore&#8220; Michele Olivero wegen seiner Renovierungs-K&uuml;nste im Wohnblock mehr und mehr Auftr&auml;ge bekommt. Solidarit&auml;t, denkt man, ein sch&ouml;nes Wort. (Und es bedeutet nicht, Banken, die normalerweise Milliarden verdienen und Tausende entlassen, noch mehr Milliarden hinterher zu schmei&szlig;en.)<\/p>\n<p> Doch innen drin, das wohl Wahrhaftigste dieses Films, eine Liebesgeschichte mit zwei Menschen, die einander vertrauen, die offen zueinander stehen. Und so kann man romantisch die ganzen Realit&auml;ten nur als Rahmen f&uuml;r diese Pr&uuml;fung einer Liebe unter kunstvollem Sternenhimmel sehen. <br \/> <\/font>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tage und Wolken Italien\/Schweiz, 2007 (Giorni E Nuvole) Regie: Silvio Soldini mit Margherita Buy, Antonio Albanese 115 Min. Welch ein Themen-Timing! F&uuml;r alle, die sorgenvoll an nun &#8222;arme&#8220; Banker denken, die Wohnungen und Boote verkaufen m&uuml;ssen. 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