{"id":704,"date":"2008-03-26T10:35:08","date_gmt":"2008-03-26T09:35:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2008\/03\/26\/schmetterling-und-taucherglocke\/"},"modified":"2008-03-26T10:35:08","modified_gmt":"2008-03-26T09:35:08","slug":"schmetterling-und-taucherglocke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2008\/03\/26\/schmetterling-und-taucherglocke\/","title":{"rendered":"Schmetterling und Taucherglocke"},"content":{"rendered":"<p>  <title>Schmetterling und Taucherglocke<\/title>   <font SIZE=\"4\"><\/font><font FACE=\"Calibri, Verdana, Helvetica, Arial\"><br \/> Frankreich\/USA 2007 (Le Scaphandre et le papillon) Regie: Julian Schnabel mit Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Marie-Jos&eacute;e Croze, Hiam Abbass, Max von Sydow 114 Min.<\/p>\n<p> Mein linkes Auge<\/p>\n<p> Nur einen Augenblick. Manche sagen, das Leben dauert genau so lange. Bei Jean-Dominique Bauby konnte man genau ausrechnen, wie viele Augenblicke sein Leben gedauert hat. Zumindest seine Autobiographie, die er nur mit dem Zucken eines Augenliedes diktierte. 200.000 Augenblicke formten die Worte, das Ausw&auml;hlen eines Wortes dauerte zwei Minuten! Das Drama dieses Lebens &#8211; umgesetzt in Julian Schnabels mutige und geniale Bilder &#8211; ersch&uuml;ttert wie selten ein Kinofilm.<\/p>\n<p> Es beginnt mit einem Augenaufschlag. Nur verschwommen nimmt Jean-Dominique Bauby (Mathieu Amalric) sein Krankenzimmer wahr. Aufgeregte Schwestern, ernsthaft interessierte &Auml;rzte. Bauby spricht zu ihnen, doch keiner reagiert.. Die Panik in der Stimme wird schwer ertr&auml;glich &#8211; keine Reaktion. Bis nach einer Weile ein zynisch ruhiger Spezialist auch den erstaunten Zuschauern alles erkl&auml;rt: Nach einem Schlaganfall leidet Bauby am &quot;Locked in syndrome&quot;. Sein Verstand funktioniert hervorragend, doch ist wie im schweren Tieftaucher-Anzug gefangen. Nichts dringt an die leblose Fassade seines willenlosen K&ouml;rpers.<\/p>\n<p> Ausgerechnet Bauby, der als Chefredakteur der Frauenzeitschrift &quot;Elle&quot; ein sch&ouml;nes Leben des Scheins genoss. Aussehen und Jugend waren dem 42-J&auml;hrigen alles, k&ouml;rperliche Lust lie&szlig; ihn Frau und Kinder f&uuml;r eine andere verlassen. Und jetzt h&auml;ngt er hilflos mit einem bizarr verzerrten Gesicht schief im Rollstuhl. Die j&uuml;ngere Freundin kann dies nicht ertragen, doch die Ehefrau k&uuml;mmert sich um ihn.<\/p>\n<p> Halt gibt ihm nur eine Therapeutin, die auch Selbstmordgedanken energisch vertreibt. Mit endloser Geduld wiederholt sie immer die gleiche Abfolge von Buchstaben: &quot;E-S-A-R-N-T-U-L&#8230;&quot; Das Zucken seines Augenliedes w&auml;hlt einen Buchstaben aus, dann folgt wieder der Singsang von &quot;E-S-A-R-N-T-U-L&#8230;&quot; So werden qu&auml;lend langsam aus einzelnen Buchstaben Worte und aus Worten S&auml;tze. Irgendwann beginnt Bauby seine Biographie zu &quot;diktieren&quot; und so erfahren wir von der Verzweiflung im Innern der Taucherglocke. Nur &uuml;ber seine Tr&auml;ume und Erinnerungen entflieht er dem K&ouml;rper-K&auml;fig wie ein Schmetterling. Ein grausam s&uuml;&szlig;er Ausweg &#8211; der einzige.<\/p>\n<p> Der Maler und Regisseur Julian Schnabel (&quot;Basquiat&quot;, &quot;Lou Reed&#8217;s Berlin&quot;) verfilmte die sehr erfolgreiche Autobiographie von Jean-Dominique Bauby aus Achtung vor dem Text in Franz&ouml;sisch, das Drehbuch schrieb Ronald Harwood. Das Buch erschien am 6. M&auml;rz 1997 und verkaufte sich 150.000 Mal allein in der ersten Woche. Zwei Tage nach der Ver&ouml;ffentlichung starb Bauby. Von den ersten Momenten an l&auml;sst Schnabel die Bilder und T&ouml;ne ganz stark am Gef&uuml;hl Baubys mitarbeiten. Auch auf der Leinwand kann man anfangs wenig erkennen und verstehen. Wir bleiben irritiert wie der eingeschlossene Patient.<br \/> <\/font>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schmetterling und Taucherglocke Frankreich\/USA 2007 (Le Scaphandre et le papillon) Regie: Julian Schnabel mit Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Marie-Jos&eacute;e Croze, Hiam Abbass, Max von Sydow 114 Min. Mein linkes Auge Nur einen Augenblick. Manche sagen, das Leben dauert genau so lange. Bei Jean-Dominique Bauby konnte man genau ausrechnen, wie viele Augenblicke sein Leben gedauert hat. 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