{"id":650,"date":"2008-01-08T14:40:08","date_gmt":"2008-01-08T13:40:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2008\/01\/08\/die-zweigeteilte-frau\/"},"modified":"2008-01-08T14:40:08","modified_gmt":"2008-01-08T13:40:08","slug":"die-zweigeteilte-frau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2008\/01\/08\/die-zweigeteilte-frau\/","title":{"rendered":"Die zweigeteilte Frau"},"content":{"rendered":"<p>  <title>Die zweigeteilte Frau<\/title>   <font FACE=\"Verdana, Helvetica, Arial\"><br \/> Frankreich, BRD 2007 (La fille coup&eacute;e en deux) Regie: Claude Chabrol mit Ludivine Sagnier, Beno&icirc;t Magimel, Fran&ccedil;ois Berl&eacute;and 115 Min.<br \/> &nbsp;<br \/> So ungef&auml;hr der 60.Film von Chabrol mag dies sein &#8211; wer will da noch nachz&auml;hlen oder genau hinsehen. Dementsprechend zeigt sich auch die Kritik zweigeteilt: Hier der scharfe, entlarvende Blick auf Menschen und Gesellschaftsschichten. Und dort die nicht zu &uuml;bersehenden Nachl&auml;ssigkeiten eines Regisseurs, der mal wieder einen Film macht, wie jedes Jahr. <br \/> &nbsp;<br \/> Das es bei der 25j&auml;hrigen Wetterfee Gabrielle Deneige (Ludivine Sagnier) im franz&ouml;sischen Namen kr&auml;ftig schneit, macht direkt klar, wie wenig r&uuml;cksichtsvoll Chabrol mit seinen Figuren umgeht. Die aufstrebende Moderatorin umschifft regelm&auml;&szlig;ig die &auml;u&szlig;erst plumpe Einladung zur Bewerbungscouch aus der beschr&auml;nkten Chefetage des Senders. Dem 30 Jahre &auml;lteren Schriftsteller Charles verf&auml;llt sie jedoch intellektuell und k&ouml;rperlich. Der reife Lebemann &quot;erzieht&quot; und benutzt sie sexuell. Gemeinsam ziehen sie ins Paradies ein &#8211; so steht es auf dem Klingelschild des Stadtappartements von Charles. Wenn Liebe Hingabe bedeutet, liebt Gabrielle ihn absolut. Doch nachdem der Autor sie r&uuml;cksichtslos verl&auml;sst, f&auml;llt die hoffnungslos Verliebte erst in ein Koma, um dann dem Werben des albernen Millionenerben Paul nachzugeben. Der eitle Clown war schon l&auml;nger in Gabrielle verliebt, nur ein pers&ouml;nlicher Leibw&auml;chter konnte den psychisch Instabilen dabei von extremen Dummheiten abhalten. Doch auch nach der Heirat ist Paul vom Ziel seiner verzweifelten Liebe unendlich weit entfernt und erschie&szlig;t Charles, der immer noch Gabrielles Herz besetzt.<br \/> &nbsp;<br \/> Routiniert konjugiert der 77 Jahre alte Zyniker Claude Chabrol in &quot;Die zweigeteilte Frau&quot; die Wahnsinnigkeiten vergeblicher Liebe: Die M&ouml;glichkeiten, sich l&auml;cherlich oder ungl&uuml;cklich zu machen, sind zahllos wie die Trivialromane. Doch wie in allen Klischees steckt auch in Chabrols Figuren ein Kern an Wahrheit. Und so l&auml;sst sich Gabrielles emotionale Achterbahnfahrt durchaus interessiert, manchmal am&uuml;siert, selten bewegt verfolgen. Erst am Ende, wenn sich die Zerrissenheit der jungen Frau zwischen Leidenschaften und Stabilit&auml;t, zwischen Selbst&auml;ndigkeit und Sicherheit, und wie immer bei Chabrol: zwischen den franz&ouml;sischen Gesellschaftsst&auml;nden, in einer k&uuml;nstlerischen Schwebe ausdr&uuml;ckt, erst dann gewinnt die menschliche Versuchsanordnung einen poetischen Reiz. Gabrielles L&ouml;sung f&uuml;r das Dilemma des Lebens liegt darin, sich allabendlich mitten durch s&auml;gen zu lassen &#8211; auf der B&uuml;hne eines Magiers.. Der ist Chabrol auch diesmal wieder nicht, doch mit einiger Neugierde l&auml;sst sich sein Querschnitt durch das menschliche Gef&uuml;hls- und Gesellschaftswesen gut betrachten.<br \/> <\/font>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zweigeteilte Frau Frankreich, BRD 2007 (La fille coup&eacute;e en deux) Regie: Claude Chabrol mit Ludivine Sagnier, Beno&icirc;t Magimel, Fran&ccedil;ois Berl&eacute;and 115 Min. &nbsp; So ungef&auml;hr der 60.Film von Chabrol mag dies sein &#8211; wer will da noch nachz&auml;hlen oder genau hinsehen. 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