{"id":479,"date":"2007-05-30T10:29:00","date_gmt":"2007-05-30T09:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2007\/05\/30\/zodiac-die-spur-des-killers\/"},"modified":"2007-05-30T10:29:00","modified_gmt":"2007-05-30T09:29:00","slug":"zodiac-die-spur-des-killers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2007\/05\/30\/zodiac-die-spur-des-killers\/","title":{"rendered":"Zodiac &#8211; Die Spur des Killers"},"content":{"rendered":"<p>  <title>Zodiac &#8211; Die Spur des Killers<\/title>   <font FACE=\"Verdana, Helvetica, Arial\"><br \/> &nbsp;<br \/> USA 2007 (Zodiac) Regie: David Fincher mit Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Anthony Edwards 157 Min.<br \/> FSK: ab 16<br \/> &nbsp;<br \/> Die Serienproduktion von Serienm&ouml;rdern im seriellen Kino f&uuml;hrt meistens zu Tod durch Langeweile: &quot;Ich wei&szlig; was du letzten Sommer und den davor gesehen hast&quot;. David Fincher, der Regisseur von &quot;Seven&quot;, &quot;Fight Club&quot; und &quot;Panic Room&quot; verspricht mehr und vor allem etwas anderes. So geriet auch die Premiere von &quot;Zodiac&quot; in Cannes zum Erfolg und Ritterschlag f&uuml;r den amerikanischen Regisseur: Nach 150 Minuten Jagd auf einen Serienkiller, die ganz eigen gestaltet war, fiel sogar der Name Scorsese in den Besprechungen. Fincher wechselt vom Thriller zu den pers&ouml;nlichen Obsessionen eines Zeitungskarikaturisten (Jack Gyllenhaal). Dazu ein perfektionistischer Retrostil, der die Jahrzehnte aufleben l&auml;sst, in denen Zodiac in Kalifornien mordete und die Polizei mit Briefen und R&auml;tseln narrte.<br \/> &nbsp;<br \/> Zodiac nannte sich ein amerikanischer Serienm&ouml;rder, dessen Fall f&uuml;r enormes Aufsehen in den Medien sorgte. In verschl&uuml;sselten Nachrichten bekannte er sich zu 13 Morden, vermutet werden Dutzende weitere. Zwischen Dezember 1968 und Oktober 1969 t&ouml;tete er im Raum San Francisco nachweislich f&uuml;nf Menschen, wurde aber nie gefasst. Der reale Robert Graysmith schrieb &uuml;ber die Nachforschungen, auf diesen zwei B&uuml;chern basiert der Film &quot;Zodiac&quot;.<br \/> &nbsp;<br \/> David Fincher w&auml;hlt f&uuml;r &quot;Zodiac&quot; nicht die Perspektive des psychopathischen Killers sondern des besessenen J&auml;gers: Als der erste, in seltsamen Runen verfasste Brief von Zodiac in der Redaktion des &quot;San Francisco Chronicle&quot; ankommt, steht der Karikaturist Robert Graysmith (Jake Gyyllenhaal) fasziniert am Rande. Der Starreporter Paul Avery (Robert Downey Jr.) wird auf den Fall angesetzt. Wie hypnotisiert schleicht sich der stille Zeichner in den Sog aus Gr&auml;ueltaten und R&auml;tselspiel.<br \/> &nbsp;<br \/> Zwar steht ein Mord am Anfang, weitere folgen. Zwar ermittelt die lokale Polizei, die Spezialisten aus der Stadt kommen bald hinzu. Doch &uuml;ber die mehr als zweieinhalb Stunden Film, die &uuml;ber zwanzig Jahre M&ouml;rderjagd erz&auml;hlen, verlagert sich der Fokus. Die Spannung steigt, obwohl es immer weniger interessiert, wer der M&ouml;rder ist. Es gibt ja irgendwann auch keine neuen Opfer. Selbst in der Erz&auml;hlzeit des Films ger&auml;t der T&auml;ter in Vergessenheit.<br \/> &nbsp;<br \/> Die Frage seiner Frau, weshalb er immer weiter nach Zodiac sucht, kann Robert Graysmith nicht ausreichend beantworten. Dabei bestimmte schon ihr erstes Treffen die Fixierung auf den Fall Zodiac. In der Redaktion wurde er kaum wahr- und schon gar nicht ernst genommen. Das Familienleben wirkt wie eine Episode. Zwangsl&auml;ufig begeistert sich dann auch sein &auml;ltester Sohn f&uuml;r die bluttriefenden Akten, auch seine j&uuml;ngeren Kinder m&uuml;ssen verst&ouml;rt die Recherche-Lekt&uuml;re mitmachen.<br \/> &nbsp;<br \/> Jake Gyllenhaal, der Shooting-Star aus &quot;Donnie Darko&quot; und &quot;The Day After Tomorrow&quot; erweist sich al perfekte Besetzung f&uuml;r den scheuen, fast autistischen Eigenbr&ouml;dler Robert Graysmith. Der immer wieder drogenabh&auml;ngige und trotzdem geniale Robert Downey Jr. l&auml;sst seinen Reporter mit ganz gro&szlig;em Stil den alkoholisierten Bach runter gehen.<br \/> &nbsp;<br \/> Sorgt Fincher am Anfang noch mit auff&auml;lligen Aufnahmen, mit fliegender Kamera, mit schnellen Montagen des Postweges von Zodiacs Nachrichten, f&uuml;r Atmosph&auml;re, so konzentriert &quot;Zodiac&quot; sich zunehmend auf Robert Graysmith. Alle weiteren Ermittler setzen sich zur Ruhe, werden Randfiguren, auch wenn der ermittelnde Kommissar als Vorlage f&uuml;r Eastwoods &quot;Dirty Harry&quot; dient. Der weitere Verlauf des Falles ist am Ende gar nur noch auf den Schrifttafeln des Films nachzulesen.<br \/> &nbsp;<br \/> Fincher unterl&auml;uft damit Erwartungen des Genres: Solche Obsessionen f&uuml;hren meist dazu, dass der T&auml;ter gestellt wird &#8211; am besten im hoch spannenden Finale. &quot;Das Schweigen der L&auml;mmer&quot; variierte hier etwas, indem zwei Serienm&ouml;rder im Spiel waren. Nun kann man vom popul&auml;ren Zodiac-Fall wissen, dass der T&auml;ter nie gefasst wurde, die Morde bis heute nicht aufgekl&auml;rt sind. Doch Fincher zieht einen trotzdem in die verbissene Suche mit hinein &#8211; ein dickes Lob f&uuml;r die packende Dramaturgie in einem atmosph&auml;risch dichten Anti-Genrefilm!<br \/> <\/font>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zodiac &#8211; Die Spur des Killers &nbsp; USA 2007 (Zodiac) Regie: David Fincher mit Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Anthony Edwards 157 Min. FSK: ab 16 &nbsp; Die Serienproduktion von Serienm&ouml;rdern im seriellen Kino f&uuml;hrt meistens zu Tod durch Langeweile: &quot;Ich wei&szlig; was du letzten Sommer und den davor gesehen hast&quot;. 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